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| Landwirtschaft |
LandwirtschaftLandwirtschaft ist der Prozess, durch den gezielten Anbau von Pflanzen (Ackerbau, Gartenbau, Obstbau, Weinbau, nicht jedoch Forstwirtschaft) und durch die Nutzung und Zucht von domestizierten Tieren (Viehzucht) Nahrungsmittel, Futter, Fasern und andere gewünschte Rohstoffe zu produzieren. Sie dient der Ernährung der Menschheit und ist heute vorwiegend auf Erzielung von Profit ausgerichtet.
Profit
Einordnung
Allgemein
Landwirtschaft beinhaltet dreierlei:
- Subsistenzwirtschaft: Hierbei produziert der Landwirt genug Nahrungsmittel für sich und seine Familie (jedoch nicht mehr).
- (generell in den sogenannten "entwickelten" Ländern und in anderen Ländern ebenfalls mehr und mehr) die Produktion eines finanziellen Einkommens durch Landkultivierung oder kommerzielle Viehzucht.
Neben Nahrungsmitteln und Futter nimmt die Produktion von anderen landwirtschaftlichen Erzeugnissen wie Zierpflanzen, Düngemittel, Leder, industriellen Chemikalien (Stärke, Ethanol, Farbstoffe und Plastik), Fasern (Baumwolle, Wolle, Hanf, Naturseide und Flachs), Kraftstoffen (Methan, Biodiesel, Biomasse) sowie zugelassenen medizinischen Wirkstoffen (Biopharmaceutica, legalen Drogen (Alkohol, Tabak) und verbotenen Drogen (Marihuana, Opium, Kokain) zu.
Auch die Produktion genetisch veränderter Pflanzen und Tiere steigt an.
Ökonomische Einordnung
In den Wirtschaftswissenschaften wird die Landwirtschaft als Primärsektor (auch: Urproduktion) bezeichnet. Die Betriebswirtschaftslehre bezieht sich in vielen Grundlagen auf die landwirtschaftliche Produktion.
Bedeutung in Deutschland
Im Jahr 2003 gab es in Deutschland ca. 420.700 landwirtschaftliche Betriebe ab 2 ha LF. Darin waren rund 1,3 Millionen Personen haupt- oder nebenberuflich beschäftigt, was 560.000 Vollzeitarbeitsplätzen entsprach.
Insgesamt wurden 17 Millionen ha (Hektar) Boden landwirtschaftlich genutzt (das sind ca. 49,3 Prozent der Gesamtfläche). Davon entfielen auf die Pflanzenproduktion rund 11,8 Millionen Hektar und auf Dauergrünland rund 5 Millionen Hektar. Im Vergleich dazu spielen Obstanlagen, Baumschulen und Weihnachtsbaumkulturen hinsichtlich des Flächenverbrauchs keine große Rolle. Deutschland war 2004 mit Waren im Wert von 13,8 Mrd. Dollar weltweit viertgrößter Exporteur von Agrarprodukten.
Rechtliche Einordnung
Der Begriff der Landwirtschaft wird in Deutschland grundlegend durch
§ 201 Baugesetzbuch(BauGB) geregelt.
Produktion
Bereiche
Baugesetzbuch
Baugesetzbuch
Generell kann die Landwirtschaft in zwei Produktionsrichtungen eingeteilt werden:
- Viehhaltung
- Pflanzenproduktion.
Welche dieser Formen lokal überwiegt, ist vom Standort abhängig: Auf leichten Standorten (schlechter Boden) ist die Viehhaltung konkurrenzkräftiger, während auf besseren Böden die Pflanzenproduktion wirtschaftlicher ist.
Unformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügenUnformatierten Text hier einfügen Ziele
- Ernährungssicherung durch die Erzeugung hochwertiger Lebensmittel,
- Schonung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser und Luft,
- infrastrukturelle, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Belebung der ländlichen Räume,
- Pflege der Kulturlandschaft und Erhalt der Artenvielfalt,
- in Zukunft möglicherweise vermehrt Erzeugung regenerativer Energien
Formen der Landwirtschaft
- historische Landwirtschaft
:bis zur Erfindung des mineralischen Düngers
- traditionelle Landwirtschaft
:bis ca. 1960
- moderne Landwirtschaft
:erzielt hohe Ernteerträge durch Züchtung spezieller Sorten (in einigen Staaten auch bereits unter Einsatz der Gentechnik), durch Monokultur, sowie den Einsatz von Futtermitteln, Kunstdünger (dessen Entwicklung maßgeblich zur Erholung der Wälder in Mitteleuropa beigetragen hat), Insektiziden, Fungiziden, Herbiziden und Wachstumsregulatoren (den so genannten Pflanzenschutzmitteln). Der intensive Einsatz der genannten Produktionsfaktoren dient der stetigen Ertragssteigerung, führt aber oft zu negativen Wechselwirkungen mit der Natur (Umweltschutz) und den erzeugten Lebensmitteln (Fragen zu Rückständen in Nahrungsmitteln).
: - bäuerliche Landwirtschaft
: - industrielle Landwirtschaft
: - extensive Landwirtschaft
: - ökologische Landwirtschaft
::versucht, modernes Wissen zu nutzen und dabei die genannten negativen Wechselwirkungen zu vermeiden.
Die Agrar- und Ernährungswissenschaftliche Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel führt seit Sommer 2003 einen auf mehrere Jahre ausgelegten Vergleich der beiden Produktionsformen durch, dessen Ergebnis in der aktuellen Diskussion hilfreich sein kann.
Methoden
Hinsichtlich der Produktionsmethoden wird heute unterschieden in (alphabetisch):
- Biologische Landwirtschaft (oder auch Ökologische Landwirtschaft), zu der auch die Unterform der auf den Lehren R. Steiners gründenden Biologisch-dynamischen Landwirtschaft zählt
- Konventionelle Landwirtschaft mit der Unterform der integrierten Landwirtschaft
- Permakultur
- Synergistische Landwirtschaft
Politik
Hauptartikel: Agrarpolitik
Politische Konfliktfelder
Die Landwirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit befindet sich in einem tiefen Umbruch: Große Erfolge in der Produktivitätssteigerung auf der einen Seite stehen ungleicher Verteilung, Preisdumping, zahlreichen Betriebsaufgaben sowie ökologischen Problemen gegenüber. Die seit 1992 eingeleiteten Reformen der europäischen Agrarpolitik mit einem komplexen System von Ausgleichszahlungen konnten Fehlentwicklungen nicht verhindern. Die gegenwärtige Situation ist für die soziale Lage der landwirtschaftlichen Familien, für die Volkswirtschaft und für die ökologische Situation von Boden-, Gewässer- und Tierschutz mit hohen Belastungen verbunden. Die große Zahl der Betriebsaufgaben ist Zeugnis einer existenziellen Not. Die in der Öffentlichkeit heftig diskutierten Krankheiten bzw. Skandale – BSE-Krise, Maul- und Klauenseuche – sind keine Einzelphänomene, sondern sind teilweise Ausdruck von Strukturproblemen der Landwirtschaft in der Zerreißprobe zwischen ökonomischen und ökologischen Erfordernissen.
Zugleich ist die weltweite Krise der Landwirtschaft ein Kernproblem globaler Gerechtigkeit: Während auf den Weltmärkten ein Überschuss an Nahrungsmitteln herrscht, die Preise immer weiter fallen und subventionierte Überschussprodukte aus den USA und der EU die Eigenproduktion von Nahrungsmitteln in Entwicklungsländern zurückdrängen, ist es nicht gelungen, das Problem der Welternährung zu bewältigen. Der rapide Verlust an fruchtbarem Boden und der bedrohliche Rückgang der Verfügbarkeit von Wasser, das zu 70 % in der Landwirtschaft verbraucht wird, ist schon heute eine der primären Armutsursachen. Wirksame Armutsbekämpfung für die 800 Millionen hungernden Menschen ist nicht möglich ohne eine tiefgreifende Reform der globalen Agrarpolitik.
Die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH, die heimische Agrarprodukte in den Medien bewirbt, ist bei den Landwirten weitgehend umstritten, da sie ihre Beiträge zwangsweise erhebt.
Geschichte
Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH]
Hauptartikel: Agrargeschichte
Der systematische Anbau von Pflanzen begann vermutlich vor rund 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit. Es ist wahrscheinlich, dass die Entwicklung nahezu gleichzeitig in Amerika, China und dem mittleren Osten einsetzte. Dabei werden die Veränderung des Klimas durch das Ende der Eiszeit, das Bevölkerungswachstum und die beginnende Sesshaftigkeit als sich begünstigende Faktoren angesehen.
Im 8. Jahrhundert wurde der Ackerbau auf die Dreifelderwirtschaft umgestellt. Die bis dahin verwendeten Ochsen wurden durch Pferde ersetzt, wodurch schwere Eisenpflüge eingesetzt werden konnten.
Durch die Entdeckung Amerikas 1492 entwickelte sich ein reger, weltweiter Austausch an Agrarprodukten, der für nahezu alle Völker einschneidende Änderungen bewirkte (Columbian Exchange).
Aktuelle Diskussion
Erneuerbare Energieträger
Die landwirtschaftliche Produktion von Erneuerbaren Energieträgern kann nicht mehr leisten als den durch die Sonne gegebenen Energieeintrag. Solange die Nicht-Bilanzierung der Nutzung von fossilen Brennstoffen in unseren Wirtschaftssystemen anhält, kann jede Form der landwirtschaftlichen Produktion von regenerativen Energieträgern (unabhängig von ihrer Nachhaltigkeit) nicht mit der Nutzung der fossilen Energiegewinnung konkurrieren.
Das Prinzip der Nachhaltigkeit ist in Deutschland gesetzlich festgeschrieben.
Siehe auch
Portal:Land- und Forstwirtschaft, Agrarpolitik, Forstwirtschaft, Landwirt, Leibgedinge, Erzeugergemeinschaft, Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, FAO, Haupterwerbsbetrieb, Nebenerwerbsbetrieb, Zuerwerbsbetrieb
Weblinks
- [http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek für Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften, Bonn]
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_land.php Statistiken zur Landwirtschaft in Deutschland]
- [http://www.verbraucherministerium.de/index-0005BCF0323B1050A9746521C0A8D816.html Ernährungs- und agrarpolitischer Bericht 2005 der Bundesregierung]
- [http://www.situationsbericht.de Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes]
- [http://www.cma.de/wissen_100489.php Materialien zum Thema Landwirtschaft der CMA]
- [http://www.kritischer-agrarbericht.de/index.php?id=79 "Kritischer Agrarbericht" des AgrarBündnis e.V.]
- [http://www.agrar.de/infothek Infothek - Suchmaschine zum Thema Landwirtschaft]
- [http://www.landtreff.de Forum für die Landwirtschaft]
- [http://www.datenmatrix.de/cgi-local/hdbg-bildarchiv/bildarchiv.cgi?action=projektbilder&id=-lf-&templ=04_01_projekte_bilder&start=0&proseite=10 Dokumentation zur Geschichte der Landwirtschaft in Bayern aus dem Archivbestand des Hauses der Bayerischen Geschichte]
!Landwirtschaft
Kategorie:Umwelt- und Naturschutz
ja:農業
ko:농업
simple:Agriculture
Pflanzen
Die Pflanzen bilden ein eigenes Reich innerhalb der Domäne der Eukaryoten. Mit ihnen befasst sich wissenschaftlich die Disziplin der Botanik.
Pflanzen leben - im Gegensatz zu den heterotrophen Tieren und Pilzen - fast ausschließlich photoautotroph, das heißt, sie stellen die zum Wachsen und Leben notwendigen organischen Stoffe mit Hilfe des Sonnenlichts durch Photosynthese selbst her (Phototrophie), wobei sie als Kohlenstoffquelle ausschließlich Kohlenstoffdioxid nutzen (Autotrophie). Ausnahmen sind einige parasitische Pflanzen, die ihre Nahrung von anderen Pflanzen beziehen und im Laufe der Evolution ihr Chlorophyll (Blattgrün) verloren haben.
Historisch hat sich die Definition des Begriffs Pflanze gewandelt. So werden heute Photosynthese betreibende Prokaryonten wie beispielsweise die Cyanobakterien (Cyanobacteria) nicht mehr zu den Pflanzen gezählt. Dies gilt auch für eine ganze Reihe von Protisten-Arten, beispielsweise die Rotalgen oder Braunalgen. Auch die Pilze wurden ursprünglich mit zu den Pflanzen gezählt, obwohl man heute weiß, dass sie näher mit den Tieren verwandt sind. Sie werden hier in ihr eigenes Reich gestellt.
Heute folgt man in der Biologie fast ausschließlich dem phylogenetischen System, das die Pflanzen anhand ihrer Abstammung systematisch gruppiert. Demnach gelten nur die Grünalgen (Chlorophyta) neben den Landpflanzen (Embryophyta) als echte Pflanzen.
All diese Organismen enthalten Chlorophyll a und Chlorophyll b und speichern die photosynthetisch produzierten Zucker in Form von Stärke in den Chloroplasten.
Die Zellwände dieser Organismen bestehen aus Zellulose.
Pflanzen treten oft in charakteristischen Gruppen, den so genannten Pflanzengesellschaften auf. Pflanzen können durch Abgabe allelopathischer Stoffe auf andere Pflanzen einwirken.
Systematik
Es ist zu beachten, dass die Unterteilung in Klassen, Abteilungen, etc. nicht nur einem ständigen Wandel unterworfen ist, sondern durch die damit etablierten Ränge heute auch als umstritten gilt. Vielerorts wird heute an einer ranglosen Taxonomie gearbeitet. Die Wikipedia folgt allerdings hier der klassischen Systematik.
Grünalgen (Chlorophyta)
- Prasinophyta
- Pedinophyta
- Chlorophycota
Landpflanzen (Embryophyta)
- Moose (Bryophyta)
- Marchantiopsida
- Jungermanniopsida
- Laubmoose (Bryopsida)
- Hornmoose (Anthocerotopsida)
- Gefäßpflanzen
- Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta)
- Urfarne (Psilophyta)
- Bärlapppflanzen (Lycopsida)
- Schachtelhalme (Equisetopsida)
- Farne (Filicopsida)
- Samenpflanzen (Spermatophyta)
- Nadelholzgewächse (Coniferophyta)
- Palmfarne (Cycadophyta)
- Ginkgopflanzen (Ginkgophyta)
- Gnetophyta
- Blütenpflanzen (Magnoliophyta)
Bedeutung für den Menschen
In ihrer Bedeutung für den Menschen unterscheidet man zwischen wildwachsenden Pflanzen, darunter auch die willkürlich so genannten Unkräuter, und Kulturpflanzen.
Zu den teils wild, teils kultiviert wachsenden Nutzpflanzen zählt man die Heilpflanzen (siehe auch Liste der Heilpflanzen) und die Küchenkräuter (siehe auch Kräuter). Bei Gewürzen handelt es sich meist um getrocknete Küchenkräuter (siehe auch Liste der Küchenkräuter und Gewürze). Kräuter für Aufgüsse und Tees werden sowohl frisch als auch getrocknet eingesetzt. Sehr häufig werden aromatische Pflanzen auch nur ihres Duftes wegen angepflanzt, wie es bei duftenden Blumen - insbesondere den Rosen - der Fall ist.
Substanziell genutzt werden auch die in der Regel rauscherzeugenden Drogenpflanzen, die oft zu den Giftpflanzen zählen.
Zierpflanzen werden dagegen aus ästhetischen Gründen angepflanzt; die meisten Zimmerpflanzen gehören in diese Kategorie, vernachlässigt man in geschlossenen Räumen angebaute Kräuter.
Siehe auch: Systematik des Pflanzenreiches
Weblinks
- [http://www.pflanzenbestimmung.de/ Online Pflanzenbestimmung]
- [http://www.pflanzenbuch.de/pflanzendatenbank.php Pflanzendatenbank]
- [http://www.pflanzen-portal.com Pflanzen-Portal]
!Kategorie:Botanik
zh-min-nan:Si̍t-bu̍t
ja:植物
ko:식물
ms:Tumbuhan
simple:Plant
th:พืช
AckerbauUnter landwirtschaftlichen Ackerbau versteht man die Produktion von Kulturpflanzen auf eigens dafür bearbeitetem Kulturboden.
Grundlage
Auf der Grundlage der verwendeten Ackergeräte kann man zwischen Grabstockbau und Hackbau und dem Pflugbau unterscheiden. Äcker der industrialisierten Landwirtschaft sind Abkömmlinge der pflugbearbeiteten Äcker.
Die Bearbeitung besteht heute im Wesentlichem im Umbruch der Oberflächenschichten zum Zweck der Lockerung der Krume und unter Umständen der Gründüngung.
Die Produktion geschieht zum einen zum direkten Verbrauch, zum anderen und noch wichtiger zur Vorratshaltung.
Sie umfasst Aussaat, Pflege (Düngung, Jäten), Ernte und - mehr oder weniger zielgerichtet - Züchtung der angebauten Pflanzen.
Die angebauten Pflanzen sind traditionell diverse Getreidearten, Hülsenfrüchtler und (unterirdische) Hackfrüchte wie Zuckerrüben und Kartoffeln.
Weiterhin gibt es den Anbau von Pflanzen, die nicht als Lebensmittel für den Menschen dienen.
Dazu zählen Genussmittelpflanzen wie Tabak, Faserlieferanten wie Baumwolle und Viehfutter wie Klee.
Klee
Historischer Beginn des Ackerbaus
Der Ackerbau ist lokal entstanden. Der Beginn der Jungsteinzeit (Neolithikum) wird zumeist mit dem Beginn des Ackerbaus gleichgesetzt. Danach kam die Bronzezeit, die sich durch die Entdeckung der Metallverarbeitung auszeichnet. Voraus ging die Mittelsteinzeit (Mesolithikum), die sich gewissermaßen als Entwicklungsperiode vom Jäger- und Sammlertum zum Ackerbau bezeichnen lässt.
Der Beginn der Jungsteinzeit lässt sich jedoch - wie auch andere Epochen - nur regional präzisieren, da er die kulturelle Entwicklung darstellt. In der Levante und in Syrien, im Norden von (Mesopotamien war der Zeitpunkt des Beginn des Ackerbaus nach neusten Erkenntnissen um 11000 v. Chr. In Europa lag diese Periode zwischen 7.000 und 4000 v. Chr.
In Japan hielt der Ackerbau erst 300 v. Chr. Einzug, andere Völker waren da bereits in der Kupfer-, Bronze- und Eisenzeit. Technologisch gesehen sind einige Amazonas-Gebiete und Gebiete der Kalahari teilweise heute noch jungsteinzeitlich einzuordnen.
Anbaumethoden
Dauerfeldbau
Dauerfeldbau bezeichnet in der Landwirtschaft ein Prinzip, in welchem Jahr für Jahr auf demselben Feld angebaut wird. Dabei wird durch Fruchtfolgesysteme versucht die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und Schädlinge zu bekämpfen.
Dauerfeldbau setzt eine ganzjährige Wachstumszeit wie in den immerfeuchten Tropen voraus. (Temperaturen über 10°C und humides Klima.)
Maßnahmen für die Ertragssteigerung beim Dauerfeldbau
Eine Möglichkeit, die Erträge beim Dauerfeldbau zu steigern, liegt einerseits darin, Fruchtfolgesysteme zu verwenden, welche den Nährstoffgehalt erhalten und Schädlinge bekämpfen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit sein Anbaugebiet zu düngen, um höhere Erträge zu erzielen,
Dauerfeldbau im Tropischen Regenwald
Im Tropischen Regenwald ist es nicht ratsam, Dauerfeldbau zu betreiben. Außer wenn man in Gunsträumen anbaut, ist damit zu rechnen, dass die Nährstoffe nach und nach abnehmen und somit die Erträge immer weiter sinken. Es ist zwar ausreichend Niederschlag vorhanden, welcher aber aufgrund der großen Poren des Bodens fast immer sofort in tiefere Bodenschichten abfließt.
Landwirtschaftliche Gunsträume in den Tropen
- Schlemmflächen, hoher Nährstoffgehalt (Ganges, Amazonas)
- vulkanische Gebiete (Philippinen, Java)
Grundlage für die Fruchtbarkeit der Ausnahmegebiete ist das Angebot an Nährstoffen bzw. an Tonmineralien mit hoher Austauschkapazität.
Landwirtschaftliche Gunsträume befinden sich an Stellen mit relativ mäßigem Klima, also z.B. in etwas höher gelegenen Orten, da dort nicht solch extrem hohe Temperaturen herrschen, wie in normaler Höhe. Des Weiteren ist fruchtbarer Boden wichtig, welcher sich durch hohen Nährstoffgehalt und geringes Porenvolumen auszeichnet, was zum einen den Pflanzen Nährstoffe liefert und zum anderen verhindert, das das Wasser allzu schnell versickert. Ebenfalls benötigt wird ausreichender Niederschlag. Allerdings darf dieser auch wiederum nicht zu hoch sein, da die Pflanzen sonst „überwässert“ werden.
Ecofarming
Das Ecofarming ist eine Anbaumethode, welche das Ziel verfolgt, mit möglichst wenig Fremdmitteleinsatz einen möglichst hohen Ernteertrag zu erreichen. Dieses wird z.B. dadurch erreicht, dass eine Anbaustruktur verwendet wird, die dem Stockwerkaufbau des Regenwaldes ähnelt und somit dem Boden möglichst wenig Nährstoffe entzieht. Beim Ecofarming werden Hänge terrassiert und Erosionsschutzgräben angelegt. Die Terrassenkanten werden mit Bäumen bepflanzt. Weitere Bäume und Sträucher werden zur Gewinnung von Obst, Bau- und Brennholz, Futter und Mulch für den Humusaufbau gepflanzt. Es erfolgt eine intensive Gründüngung. Die Viehhaltung wird von der Weide in den Stall verlagert.
Ziel
Das Ziel des Ecofarmings liegt darin, den Boden nachhaltig zu schonen und dessen Fruchtbarkeit zu erhalten. Bei Dauerfeldbau ist dieses nicht gegeben, da dort die Nährstoffe des Bodens verbraucht werden.
Vorteile
Die Vorteile des Ecofarmings liegen darin, dass der Boden geschont und auf lange Zeit verwendet werden kann. Des Weiteren ist ein minimaler Kapitaleinsatz notwendig und die Ernteerträge bleiben stabil.
Vergleich zu konventionellen Anbaumethoden
Im Vergleich zum Ecofarming existiert bei der Reinkultur kein Bodenschutz, sodass Regen und Sonne mit voller Kraft auf den Boden treffen. Der Boden wird durch Regen ausgewaschen und durch Sonne ausgetrocknet. Die Pflanzen entziehen ihm alle Nährstoffe, sodass der Boden nach wenigen Jahren nicht mehr zu gebrauchen ist. Beim Ecofarming hingegen nutzt man die Vorteile des Primärwaldes, welche z.B. in der Eigendüngung des Bodens durch vielfältige Lebensformen im Boden sowie Laubabwurf durch Bäume und Sträucher liegt. Des Weiteren wird der Regen abgebremst und trifft nicht mehr mit voller Wucht auf den Boden. Dies verhindert desweiteren die Abschwemmung also Erosion der dünnen nährstoffhaltigen Schicht.
Gleiches gilt für die Sonne, welche hier ebenfalls von der Austrocknung des Bodens abgehalten wird.
Siehe auch
- Regenfeldbau
- Geschichte der Landwirtschaft
- Portal:Land- und Forstwirtschaft
Kategorie:Feldwirtschaft
ko:농경
GartenbauAls Gartenbau bezeichnet man die intensive, mit hohem technischen Aufwand und unter besonders hohem Arbeitskräfteeinsatz betriebene Form der Landwirtschaft. Der Gartenbau hat sich sukzessive aus der Privatversorgung entwickelt (die Geschichte des Gartens ist ausführlich im Artikel Garten beschrieben).
Eine große Zahl von Pflanzenarten wird von erwerbsmäßigen Gartenbaubetrieben und privaten Gärtnern kultiviert. Die Züchtung neuer Pflanzen und Kultursorten wird von einzelnen, teils im weltweiten Verbund arbeitenden Gartenbaufirmen betrieben.
In der Blumen und Zierpflanzenbauzüchtung sind deutsche Jungpflanzenunternehmen Weltmarktführer.
Der Gartenbau erzielt in Deutschland auf etwa 1 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche 10 % des Wirtschaftsvolumens der gesamten Landwirtschaft.
Die Haus- und Kleingartenfläche übertrifft die Anbaufläche des Erwerbsgartenbaus in Deutschland um ein Vielfaches.In den Niederlanden macht der Gartenbau - dort agri-business genannt - und die anhängigen Branchen und Dienstleistungen ca. 18 % des Bruttosozialproduktes aus.
Erwerbsgartenbau
Deutschland
Man unterscheidet im Erwerbsgartenbau folgende Sparten:
- Blumen- und Zierpflanzenbau
- Obstbau
- Gemüsebau, inklusive Pilzanbau
- Friedhofsgärtnereien
- Baumschulen
- Staudenbau
- Garten- und Landschaftsbau und Sportplatzbau
Gartenbau wird auch in der Pädagogik angewendet.
- Pädagogischer Gartenbau
Einordnung des Gartenbaus in die Landwirtschaft
Pädagogischer Gartenbau
Inwieweit der Gartenbau mit seinen Sparten generell zur Landwirtschaft gezählt werden kann oder soll, ist diskutierbar. Mit Sicherheit ist der Feldgemüsebau der Landwirtschaft noch am ehesten nahestehend. Auch Baumschulen zählen aufgrund der Produktionsverfahren und dem Technikeinsatz zu den Sparten, die der Landwirtschaft nahe stehen.
Im Bereich des Unterglasgemüseanbaus und vor allem der marktwirtschaftlich in Deutschland bedeutenden Sparte Blumen- und Zierpflanzenbau kommen schon andere, nicht-landwirtschaftliche Aspekte zur Geltung, so z.B. der Einsatz von Gewächshäusern oder anders gearteter Technikeinsatz wie Düngecomputer, Klimarechner oder Entkeimungsanlagen in geschlossenen Kultursystemen. "Urban Horticulture" oder die bereits erwähnte Innenraumbegrünung sowie Vermarktung und globaler Handel (Trend zum "Erlebnis-Gartencenter") setzen eher Akzente in Richtung Umwelt- oder Dienstleistungsgartenbau. Der Garten- und Landschaftsbau als Teil der Landschaftsarchitektur ist ebenfalls Teil des Dienstleistungsgartenbaues und arbeitet eng mit den planerischen Sparten des Berufsfeldes Landschaftsarchitektur (Freiraum- und Grünplanung) zusammen.
Weblinks
- [http://www.g-net.de/ Das Gartenbaunetz (g-net)] - Portal des Zentralverbandes Gartenbau und seiner Verbände
- [http://www.hdgbremen.de/tag/index.htm T·A·G - Top Ausbildung Gartenbau] - Umfangreiche Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten im Gartenbau
- [http://www.bundesgartenschau.de/ Bundesgartenschau.de] - Homepage der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft
- [http://www.bildungsstaette-gartenbau.de/ Bildungsstätte Gartenbau Grünberg]
- [http://www.bundessortenamt.de Bundessortenamt] - Zulassung und Schutz von Pflanzensorten
- [http://www.gabot.de/ gabot.de] - Portal- und Suchmaschinenseite für den Gartenbau
- [http://www.gartentechnik.de/Wirtschaft/Gartenbau/ Gartentechnik.de] - Umfangreiche Linksammlung zum Thema Gartenbau
- [http://www.gartenbauvereine.de/ Bundesarbeitsgemeinschaft für Gartenkultur und Landschaftspflege] - Dachorganisation der Gartenbauvereine in Deutschland]
!
Weinbau
Weinbau oder Weinanbau bezeichnet die landwirtschaftliche Kultivierung von Weinreben zum Zwecke der Gewinnung von Wein. Die eigentliche Weinherstellung, als Winzerei bezeichnet, ist in der Praxis so gut wie immer eng mit dem Anbau verknüpft; nur in seltenen Fällen liegen Anbau und Weinerzeugung in komplett unterschiedlichen Händen. Die Wissenschaft von Weinbau und Weinerzeugung ist die Önologie.
Voraussetzungen
Önologie]
Önologie]
Önologie
Önologie
Önologie]
Weinreben benötigen viel Sonneneinstrahlung, deswegen werden sie oft auf nach Süden ausgerichteten Weinbergen oder Rebbergen angebaut. Aber auch in der Ebene wird Weinbau in Weingärten (in Rheinhessen und Pfalz als Wingert, in Baden, Württemberg und Franken als Wengert bezeichnet) betrieben. Insbesondere im Mittelmeerraum liefern auch die Ebenen qualitativ gute Weine in erheblichen Mengen.
Anbaugebiete
Wein wird in der Regel in geschlossenen Weinanbaugebieten angepflanzt, die für den Weinbau einheitliche Rahmenbedingungen, wie bestimmte Licht- und Temperaturschwellenwerte, aufweisen. Neben der Rebsorte und der Qualitätsstufe gehört der Standort zu den wichtigsten Faktoren, die den Charakter und Geschmack eines Weines bestimmen. Je nach Bodenbeschaffenheit, Sonneneinstrahlung und Tradition sind für einzelne Anbaugebiete unterschiedliche Rebsorten typisch.
Siehe Hauptartikel: Weinbaugebiete der Welt
Geschichte
Ursprünge
Schon 5000 v. Chr. lässt sich in der vorderasiatischen Landschaft Sumer (heute südlicher Irak) erstmals die Domestizierung von Weinreben nachweisen. Der Weinbau breitete sich im gesamten Nahen Osten aus, und etwa 1700 v. Chr. kultivierten die Griechen erste Edelreben. Im Römischen Reich wurde der Wein so massenhaft produziert, dass er zuweilen billiger als Wasser war. In Italien prägten sich verschiedene Erziehungsmethoden aus: an Bäumen, als Dachspalier am Kurzstamm oder kriechend auf dem Boden. Mit den Römern breitete sich der Weinbau nach Spanien, Gallien und Nordafrika aus, etwas verspätet auch nach Germanien.
Neuesten Erkenntnissen zufolge soll der Weinbau sogar noch älter als 9000 Jahre sein. Funde in China deuten darauf hin. Tongefäße, die mit Spuren eines gegorenen Getränkes aus Reis, Honig und Trauben oder Hagedorn gefüllt waren, wurden in der nordchinesischen Provinz Henan entdeckt.
Römerzeit bis Mittelalter
Bereits in vorrömischer Zeit wurde durch die Kelten an der Donau Wein kultiviert.
Ab dem Jahr 100 wurde von den Römern an Rhein, Mosel und Ahr Weinbau betrieben. Das Getränk und der Weinbau wurden in Deutschland immer beliebter, um 1500 war die Anbaufläche auf mehr als 300.000 ha angewachsen.
Im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit wurde Weinbau auch in klimatisch weniger günstigen Lagen betrieben. Deshalb musste der Wein oftmals mit Zusatzstoffen (Honig, Gewürze) trinkbar gemacht werden. In den guten Lagen achtete man jedoch meist auf hochwertige Rebsorten und erzeugte nach den Kriterien der Zeit sehr gute Weine.
Dreißigjähriger Krieg
In den betroffenen Gebieten bildete der Dreißigjährige Krieg einen starken Einschnitt. Einerseits wurden die Rebflächen drastisch reduziert, weil durch den Bevölkerungsverlust sowohl Arbeitskräfte wie auch Verbraucher fehlten. Andererseits erzwangen die umherziehenden Soldaten hohe Weinabgaben, so dass nun in den Weinbergen viele "Massenträger", also Rebsorten geringer Güte mit hohem Ertrag, gepflanzt wurden.
Definierte Anbaugebiete
Das erste Weinanbaugebiet wurde 1756 in Portugal für den Portwein festgelegt. 1855 folgte die Klassifizierung der Weingüter im Médoc in Frankreich.
Erfindungen
Im 19. Jahrhundert setzten in vielen Ländern Bemühungen zur Verbesserung des Weinbaus ein. Man experimentierte mit neuen Rebsorten und mit verbesserten Gärmethoden. Auch die Bearbeitung der Reben und die Kellereitechnik wurden wissenschaftlich untersucht; statt der gemischten (verschnittenen) Weine wurden nun sortenreine Weine produziert. Es gelang auch, Schaumwein in Flaschengärung (Champagner-Methode) als Massenprodukt herzustellen. 1826 gründete Georg Christian Kessler in Esslingen am Neckar die erste deutsche Sektkellerei.
Schädlinge
Einen schweren Rückschlag für den Weinbau bedeutete der weiträumige Befall der Weinberge mit der Pilzkrankheit Peronospora (Falscher Mehltau) in den 1880er Jahren. Der gesamte Weinbau in Mitteleuropa war durch diese Rebkrankheit bedroht. Und nur wenig später, um 1890, wurde die Reblaus aus Amerika nach Südfrankreich eingeschleppt. Der Schädling, der an den Wurzeln der Rebe saugt und diese quasi verhungern lässt, verbreitete sich schnell in allen europäischen Weinanbaugebieten. Erneut gingen die Rebflächen zurück, in Frankreich kam der Weinbau teilweise ganz zum Erliegen. Nur die Pfropfung europäischer Reben auf amerikanischen Wurzelreben rettete schließlich den europäischen Weinbau.
Wirtschaftliche Bedeutung
Weinanbau in Zahlen
Wein wird heute in Deutschland in 14 Weinanbaugebieten kultiviert; hier liegen ca. 100.000 ha der weltweit rund 8.000.000 ha Anbaufläche (5.000.000 ha liegen in Europa). Der Durchschnittsflächenertrag liegt etwa bei 1 l/m2, je hochwertiger ein Wein ausgebaut wird, desto geringer ist der Ertrag.
54 % der 77.388 Weinbaubetriebe (1990) in Deutschland haben eine Anbaufläche von unter einem halben Hektar, weitere 15 % bis ein Hektar, weitere 24 % bis fünf Hektar. Viele Betriebe werden von Nebenerwerbslandwirten bewirtschaftet.
Trends
Nach dem Zweiten Weltkrieg hielten neue Kellereitechniken weltweit Einzug. Vollernter, Edelstahltanks, eine temperaturgesteuerte Gärung gehören heute zur Standardausrüstung jeder größeren Kellerei.
Gleichzeitig wurde der Weinbau zum globalen Geschäft. In verschiedenen Ländern wie USA, Australien, Chile, aber auch in Osteuropa baute man Weinberge neu auf oder intensivierte und modernisierte den Weinbau. Damit entstand auf dem Weinmarkt eine internationale Konkurrenz.
Aus dem Weinbauern wurde so der "Winemaker", der häufig in einem weitgehend industrialisierten Prozess große Mengen an Wein herstellt. Damit zeichnet sich eine Standardisierung des Weins ab, begünstigt durch Verarbeitungsmethoden wie Konzentrierung, Färbung, chemische Behandlung, die heute schon in vielen Ländern Standard sind.
Gleichzeitig sinkt der Weinkonsum in den europäischen Ländern stetig, vor allem in den klassischen Verbraucherländern Frankreich und Italien. Dies stellt für die Weinwirtschaft, vor allem im mittleren und unteren Preissegment, ein ernst zu nehmendes Problem dar.
Sonderformen
Sonderformen des Weinbaus sind der ökologische Anbau, der Qualitätsausbau sowie der Anbau von Weinen, die als Zwischenprodukt dienen. Gemeinsames Merkmal der ersten beiden Formen ist der deutlich geringere Ertrag gegenüber dem regulären Weinbau. Dies ist beim ökologischen Anbau auf die größeren Verluste durch Schädlinge und Pflanzenkrankheiten aufgrund vermindertem Einsatz von Pestiziden und Insektiziden zurückzuführen. Beim Qualitätsausbau werden bewusst schlechtere Trauben vor der Reife entfernt, damit der Weinstock mehr Kraft in die verbleibenden investieren kann.
Biologischer Weinbau
Um 1970 entstanden die ersten ökologisch bzw. biologisch-dynamisch bewirtschafteten Weingüter. Zu dieser Zeit stand offensichtlich die biologische Verarbeitung im Vordergrund, und die Qualität der Weine ließ meist zu wünschen übrig.
Aus diesem Grund waren Bio-Weine bis vor wenigen Jahren oftmals im Visier vieler Weinkritiker. Dies hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. In vielen Ländern nehmen immer mehr Winzer die teilweise sehr lange Umstellung in Kauf und produzieren hochwertige Weine mit durchaus auch für Weinkritiker überzeugender Qualität. So findet man heute vor allem in Deutschland, Frankreich und in Italien, aber auch in anderen Weinanbauländern, Spitzenproduzenten, die nach den Methoden eines ökologischen bzw. biologisch-dynamischen Weinanbaus arbeiten und vielleicht gerade deshalb exzellente Weinqualitäten vorweisen können.
Der ökologische Weinbau verzichtet weitgehend auf den Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln und setzt auf biologische Schädlingsbekämpfung, z. B. mit der Verwirrmethode.
Grundlagen des Weinbaus
Bodenbegrünung im Ökologischen Weinbau
Die Aufgaben der Begrünung im Weinbau haben sich in den letzten Jahren grundlegend geändert: war die Begrünung lediglich eine Oberflächenabdeckung, Erosionsschutz und eine Maßnahme zur bessern Mechanisierung, so kommen ihr heute weitaus mehr Aufgaben zu, nicht nur unter ökologischen, sondern auch unter qualitätssteigernden Gesichtspunkten.
Ziele und Nutzen von Begrünungen
Die Hauptziele einer Begrünung lassen sich unter drei Hauptkriterien zusammenfassen.
# An oberster Stelle dabei steht die Ökonomie, da sich diese direkt auf Arbeitsweise und Kosten des praktischen Winzers auswirkt. Anbautechnische und ökologische Gesichtspunkte spielen in der Praxis Bedauernswerterweise meist eine weniger wichtige Rolle. Eine strenge Aufteilung der einzelnen Kriterien lässt sich allerdings nicht vornehmen, da Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Begrünungsmaßnamen auftreten. Allgemein lässt sich sagen, dass bei einer an den Standort gut angepassten Begrünung eine Stabilisierung des Ökosystems Weinberg einhergeht. Dieses wird vor allem durch ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Nützlingen und Schädlingen, durch einen harmonischeren Rebwuchs sowie durch die Aktivierung des Bodenlebens erreicht.
# Durch Erhöhung der pflanzlichen Artenvielfalt, wird einerseits die Monokultur gebrochen, Nützlinge angelockt und das Bodenleben verstärkt belebt. Zudem stellt sich eine Harmonisierung des Wuchses der Kulturpflanze ein, welches wiederum Einfluss auf die Anfälligkeit bezüglich pilzlichen Krankheiten, Zusammensetzung des Beerensaftes und der Beereninhaltsstoffe hat. Hervorgerufen wird dies hauptsächlich durch Veränderungen im Boden: Durch die Schaffung einer Schattengare, einer Erhöhung der Humusproduktion und damit des Humusgehaltes sowie einer verminderten Mineralstoffauswaschung wird die Pufferwirkung des Bodens gegenüber schadstoffeinträgen verbessert und das Wasseraufnahme- und Haltevermögen erhöht.
# Anforderungen an Standort und Begrünung: Um eine „optimale“ Begrünung an einem Standort anzusiedeln bedarf es allerdings einiger Vorkenntnisse. Zum einen muss ermittelt werden, welche Standortmodalitäten im zu begrünenden Weingarten vorherrschen zum anderen muss aber auch die Arbeitskapazität im Betrieb überdacht werden, da manche Begrünungen extrem Arbeitsintensiv sind, und die Biologie der Begrünungspflanzen entscheidenden Einfluss auf die Gesamtbegrünung hat.
Standort – Modalitäten
Die Standort – Modalitäten lassen sich auf drei Hauptkriterien zusammenfassen:
- Klima: Hier spielen vor allem die Niederschläge eine bedeutende Rolle, da sie meist der begrenzende Faktor für Begrünungen im Weinbau darstellen. Dabei ist aber nicht nur der Gesamtniederschlag entscheidend, sondern auch die Niederschlagsverteilung während der Vegetationsperiode. Dies hängt damit zusammen, dass der Gesamtniederschlag ausreichend sein kann, aber durch lange Trockenperioden im Sommer extremer Trockenstress auftreten kann, welcher dann noch durch einer Begrünung verstärkt werden würde.
- Boden: Neben den Niederschlägen ist auch das Speichermedium für Wasser, der Boden von zentraler Bedeutung. Neben der Bodenart, spielen hier vor allem Bodenmächtigkeit sowie der Humusgehalt des Bodens eine wichtige Rolle. Diese drei Faktoren bestimmen maßgeblich die Wasserhalte- und Speicherkapazität und geben der Rebe somit die Chance auch kurzfristige Trockenperioden ohne nennenswerten Stress zu überstehen.
- Lage: Auch die einzelne Weinbergslage hat großen Einfluss auf den Wasserhaushalt und damit auf die Modalitäten des Standortes. Hier spielen vor allem Ausrichtung des Weingartens (Himmelsrichtung) sowie die Steigung (Einfallswinkel der Sonne) eine bedeutende Rolle. Dies betrifft vor allem den Evapotranpirationskoeffizienten, der sich aus der Verdunstung von Wasser aus dem Boden, sowie der Veratmung von Wasser durch die Pflanze (Kühlung) zusammensetzt.
Oenologie
Wein als Zwischenprodukt
Eine dritte Sonderform des Weinanbaus bezieht sich auf die Bereiche, in denen der Wein nicht als Endprodukt vermarktet wird, sondern weiterer Verarbeitung unterworfen wird. Wein als Zwischenprodukt wird insbesondere benötigt für die Herstellung von Weinbränden, Schaumweinen und verstärkten Weinen. Dabei wird dem Ausbau des Weines weniger Bedeutung zugemessen; in aller Regel werden die zur Weiterverarbeitung vorgesehenen Weine verschnitten, bevor die eigentliche Veredelung zum Endprodukt durchgeführt wird.
Ausbildung und Berufsbilder
Zum landwirtschaftlichen Weinbau benötigen Winzer Fachwissen im Bereich der Rebbiologie, Standort, Klima, Lage, Rebanlage, Arbeiten im Weinberg, Bodenkunde und Pflanzenschutz.
In Deutschland gibt es zum einen den Studiengang für Weinbau und Önologie mit dem Abschluss Dipl.-Ing. Weinbau an der Fachhochschule Wiesbaden mit ihrem Studienort Geisenheim im Rheingau.
Zum anderen bietet die Fachhochschule Heilbronn einen Studiengang für Weinbetriebswirtschaft an, der zum Abschluss Dipl.-Betriebswirt (FH) führt.
In der Schweiz kann Önologie und Hortikultur (mit Spezialisierung auf Weinbau) an der Hochschule Wädenswil und an der Ecole d'Ingénieurs de Changins studiert werden. Die Berufslehre als Winzer wird von einigen Kantonen angeboten.
In Österreich gibt es einen Studiengang in Önologie an der Universität für Bodenkultur Wien sowie die Ausbildung an der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg ([http://hbla.weinobstklosterneuburg.at/start.php 1]).
Fachsprache
Die deutschsprachige Fachterminologie des Weinbaus erfassen das Wörterbuch der deutschen Winzersprache und der Wortatlas der kontinentalgermanischen Winzerterminologie.
Siehe auch
Portal:Wein | Weinbaugebiete der Welt | Weinrebe
Literatur
- Friedrich von Bassermann-Jordan: Geschichte des Weinbaus, Nachdruck Pfälzische Verlagsanstalt, Landau 1991, ISBN 387629181X
Weblinks
- [http://www.wein-aus-oesterreich.at/weinbau-geschichte.php Weinbau - die Geschichte]
- [http://www.infowein.de/ Alles über Wein und Weinanbaugebiete]
- [http://fh-web1.informatik.fh-wiesbaden.de/go.cfm/fb/13/sprachid/1.html Fachhochschule Wiesbaden, Studienort Geisenheim]
- [http://www.fh-heilbronn.de/studiengaenge/wb/hallo/ Studiengang Weinbetriebswirtschaft]
- [http://www.fh-heilbronn.de/ Fachhochschule Heilbronn]
- [http://www.der-deutsche-weinbau.de/ Fachzeitschrift Der Deutsche Weinbau]
- [http://www.rechnungswesenforum.de/verzeichniss/index/World/Deutsch/Wirtschaft/Land-_und_Forstwirtschaft/Pflanzenbau/Weinbau/Aus-_und_Weiterbildung/ Weiterbildungsmöglichkeiten zum Thema Weinbau]
- [http://www.alltag-und-hilfe.de/RubrikKultur-Gesellschaft/KuG-Weinbau.htm Archäologische Funde zum Thema Wein]
- [http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek Ernährung, Umwelt und Agrarwissenschaften, Bonn]
- [http://www.zadi.de/CF/weinbaugeschichte/index.cfm Bibliographie zur Geschichte und Kultur des Weines - Schoene]
NutzungNutzungen im Sinne des deutschen Zivilrechts sind die Früchte und die Gebrauchsvorteile. Der Begriff wird in BGB definiert und an verschiedenen Stellen verwendet, beispielsweise wenn dem Nießbraucher die Nutzungen zugewiesen werden oder wenn der dem Eigentümer gegenüber nicht zum Besitz berechtigte Besitzer ab Klageerhebung verpflichtet wird, nicht nur die Sache selbst, sondern auch deren Nutzungen herauszugeben.
Kategorie:Allgemeine Zivilrechtslehre
Kategorie:Sachenrecht
ZuchtZucht (germanisch zuht = das Ziehen) ist die vom Menschen kontrollierte Fortpflanzung von Tieren und Pflanzen mit einem speziellen Ziel, meistens zur genetischen Umformung oder Verstärkung gewollter beziehungsweise Unterdrückung ungewollter Eigenschaften. Sie wird von Menschen seit Beginn der Sesshaftigkeit betrieben. Die Zucht hat vor allem die Verbesserung der Ertragsleistung und Krankheitsresistenz landwirtschaftlicher Kulturpflanzenarten und Tierrassen zum Ziel. Um das gewünsche Zuchtziel zu erreichen, werden aus einer Population Individuen mit gewünschten Eigenschaften ausgewählt (kören) und gezielt gekreuzt. Weiterhin werden auf künstlichem Weg Mutationen ausgelöst.
Neue Sorten oder Rassen werden auch als Neuzüchtungen bezeichnet.
Weitere Züchtungsverfahren
- Embryonentransfer
- Gewebeimplantation (ausschließlich in der Pflanzenzüchtung)
- Genetische Manipulation
Unter Zucht versteht man aber auch
- den Bestand an Nutztieren oder -Pflanzen, der durch die Arbeit des Züchters aufgebaut wurde,
- Anstand (Zucht und Ordnung), Sitte oder Selbstbeherrschung, siehe auch züchtig, Unzucht
- Erziehung zum Gehorsam, zu Pünktlichkeit etc.
Literatur
- Helmut Hemmer: Neumühle-Riswicker Hirsche - Erste planmäßige Zucht einer neuen Nutztierform. Naturwissenschaftliche Rundschau 58(5), S. 255 - 261 (2005), ISSN 0028-1050
Weblinks
- [http://www.bafz.de/baz99_d/bazfrmd.htm Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (BAZ)]
- [http://www.bdp-online.de/ Bundesverbandes Deutscher Pflanzenzüchter e.V.]
- [http://www.bundessortenamt.de/internet20/ Bundessortenamt]
- [http://www.fal.de/ Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft]
Siehe auch:
Genetik, Gregor Mendel, Zuchtmittel, Zuverlässigkeit, Blendling
Kategorie:Genetik
Kategorie:Viehwirtschaft
Kategorie:Feldwirtschaft
Kategorie:Tierhaltung
Kategorie:Gartenbau
Haustier
Ein Haustier ist ein nicht frei lebendes, an den Menschen gewöhntes Tier, das von Menschen überwiegend im Wohnhaus oder im Betrieb gehalten wird. Nach §1 Abs.2 TierSG gehören zu den Haustieren keine Fische, aber Bienen und Gehegewild. Das TierSG ordnet auch Zoo- und Versuchstiere den Haustieren zu.
Die meisten Haustiere sind domestizierte Tiere, die seit vielen Generationen von Menschen gehalten und gezüchtet werden.
Wenn das Tier aus wirtschaftlichen Gründen gehalten wird, spricht man auch vom Nutztier.
Vergleiche auch: Heimtier, Tiervermittlungsforum
Beispiele für "traditionelle" Haustiere
- Frettchen
- Hamster
- Hund
- Hauskatze
- Kanarienvogel
- Hauskaninchen
- Nymphensittich
- Hausmeerschweinchen
- Wellensittich
- versch. Aquarientiere
Beispiele für "besondere" Haustiere
- Hängebauchschwein
- Schlange
- Spinne
- Ratten
Beispiele für "moderne" Haustiere
- Reptilien
- Mäuse
- Chinchilla
- Insekten in
§1 Abs.2 TierSG gibt weitere Beispiele:
- Pferde, Esel, Maulesel, Maultiere, Zebras und Zebroide,
- Rinder einschließlich Bisons, Wisente und Wasserbüffel,
- Schafe und Ziegen,
- Ameisen,
- Hasen, Kaninchen,
- Enten, Fasane, Gänse, Hühner, Laufvögel, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner und Wachteln,
- Kameliden
Literatur
- Albert Lorz: "Mein Haustier". Dt. Taschenbuch-Verl. München 1992. Reihe Beck-Rechtsberater ISBN 3-423-05241-4
- Hans Nachtsheim: "Vom Wildtier zum Haustier". 3., neubearb. Aufl.Berlin u.a.: Parey, 1977. 156 S. ISBN 3-489-60636-1
- Eduard Hepp: Tierhaltung in Miet- und Eigentumswohnungen in der Rechtsprechung : [1975 - 1993] München : Bund gegen den Mißbrauch der Tiere e.V., 1993. 242 S.
Weblinks
- [http://www.yellopet.de/ Haustierportal]
- [http://www.heimtierheim.de/ Heimtierheim] Das Portal rund ums Tier
- [http://www.tierwaisen.de tierweisen.de, Internetseite für besonders schwer vermittelbare Tierheim-Tiere]
- [http://www.haustierratgeber.de/ Haustierratgeber]
- [http://www.tierpsychologie.at/ Haustierpsychologie]
ViehzuchtDie Viehzucht oder Viehhaltung ist nach der Jagd und dem Ackerbau das womöglich drittälteste Gewerbe der Menschheit. Die Bezeichnung Viehzucht ist nur zulässig, wenn der Mensch tatsächlich mit der Zuchtwahl unter Verfolgung von Zuchtzielen die Fortpflanzung beeinflußt und lenkt. In den frühen Agrargesellschaften war dies jedoch nicht der Fall, weswegen in der Vor- und Frühgeschichte von Viehhaltung gesprochen wird. Fast alle Gesellschaften kennen die Domestizierung von Tieren und die kontrollierte Vermehrung.
Hauptziel der Zucht ist die Herausbildung und Verbesserung gewünschter Eigenschaften – meist Leistungseigenschaften – und die Vermeidung ungünstiger Eigenschaften – meist Krankheitsanfälligkeiten. Dies wird durch planmäßige, künstliche Selektion, also Auslese oder Zuchtwahl, erreicht. Dabei werden Träger bestimmter gewünschter Genotypen miteinander gepaart, bzw. Träger unerwünschter Eigenschaften von der Zucht ausgeschlossen.
Viehzucht im eigentlichen Sinn bezieht sich auf Vieh, wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel. Züchterisches Ziel ist die optimale Verwertung dieser Tiere als Lieferanten von tierischen Produkten wie Milch, Fleisch und Fett oder Fell, Federn und Leder. Als Glanzpunkt der Viehzucht werden gerne die so genannten Riesenschweine mit zusätzlichen Rippen oder auch Kühe, die bis zu 33.000 Liter Milch im Jahr produzieren, angeführt; diese gehören aber bis heute noch in das Reich der Legende.
- Anmerkung: Bis zu 15000 Liter Milch und darüber sind pro Jahr und Kuh durchaus realistisch und werden von einigen Spitzenzüchtern in Österreich erreicht.
Daneben sind Hobbyzüchter (auch Kleintierzüchter), die sich vor allem Hunden, Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen, Reptilien, Fischen, sowie einer Reihe von Vogelarten, zum Beispiel Hühnern, Tauben, Sittiche, Sing- und Greifvögel, widmen. Auswüchse hier sind so genannte Qualzuchten, das heißt die Förderung von Merkmalen, die zu Lasten der Gesundheit der Tiere gehen, um in den häufigsten Fällen das optische Erscheinungsbild markanter zu gestalten.
Vornehmlich in den Zoologischen Gärten werden Tierarten gezüchtet, die vom Aussterben bedroht sind. Dazu zählen insbesondere exotische Tierarten.
Zukünftig versucht man zunehmend die gewünschten Eigenschaften durch Gentechnik zu erzielen.
Bild:Bubikon.JPG|Kuhmarkt Bubikon, Schweiz
Bild:Bubikon02.JPG|Bubikon, Schweiz
Zu Viehzucht zählt
- Geflügelzucht
- Kleintierzucht
- Rinderzucht
- Schafzucht
- Schweinezucht
Siehe auch: Pflanzenzucht, Tierzucht
Weblinks
[http://www.zbmed.de/bonn_service.html Fachinformationszentrum: Bereichsbibliothek Ernährung, Umwelt und Agarwissenschaften, Bonn]
Kategorie:Viehwirtschaft
FutterDer Ausdruck Futter (v. althochdt.: fuotar) bezeichnet
#die Nahrung von Tieren, siehe Futtermittel
#dünneres Stoffmaterial auf der Innenseite von Kleidungsstücken, Schuhen und Lederwaren
#die Holzauskleidung der Leibung bei Fenstern und Türen
#eine Vorrichtung zum Einspannen eines Werkstückes (z.B.: Bohrfutter, Futter (Drehmaschine))
Siehe auch: Barf
Faser
Eine Faser ist ein im Verhältnis zur Länge dünnes und flexibles Gebilde. Fasern können keine Druck-, sondern nur Zugkräfte aufnehmen, da sie bei Druckbelastung knicken. In Natur und Technik kommen Fasern allermeistens in einem größeren Verbund vor, sie bilden eine bestimmte Struktur.
Fasern kommen in Natur und Technik häufig vor, da zwei Phänomene zu beobachten sind:
- Eine Struktur aus Fasern ist stabiler als eine Konstruktion der gleichen Form und dem gleichen Werkstoff "aus dem Vollen".
- Zwei Fasern sind zusammen verdreht stärker als beide einzeln.
Fasern grenzen sich von Stäben wegen ihrer mangelnden Biege- und Knicksteifigkeit ab, von Drähten unterscheidet sie der geringere Durchmesser.
Einteilung
Fasern können nach ihrer Herkunft, Länge, Beschaffenheit oder gar ihrer Verwendung eingeteilt werden. Fasern begrenzter Länge sind Stapelfasern, im Prinzip unendlich lange Fasern Filamente. Gerade im deutschsprachigen Raum herrscht eine gewisse Verwirrung um Ausdrücke. DIN 60000 und 60001 führen den Begriff Chemiefaser als Übersetzung des englischen Ausdrucks man-made fibre ein. Diese Übersetzung ist problematisch, da der Mensch auch rein physikalische Effekte zur Herstellung von Fasern ausnutzen kann (Beispiel Glasfasern). Der Ausdruck Chemiefaser sollte auch daher nicht verwendet werden, da alle Fasern eine chemische Zusammensetzung haben. So besteht Baumwolle etwa aus Zellulose – genau wie die vom Menschen hergestellte Viskose.
An dieser Stelle sollen die Fasern daher in Naturfasern und Kunstfasern (engl.: man-made fibres) eingeteilt werden.
Als Kunstfasern sind demnach sowohl Fasern aus nativen (pflanzlichen oder animalischen) wie auch synthetischen Polymeren zu verstehen.
Diese Einteilung ist an ISO 6938 und 2076 angelehnt.
Fasern können durch die unterschiedliche qualitative (Brennprobe) und quantitative Methoden bestimmt werden. Bei der Brennprobe wird die Flamme (Rußentwicklung), der Geruch, der pH-Wert des Rauchs und die Konsistenz des Rückstands beobachtet.
Naturfasern
Pflanzenfasern
Pflanzenfasern kommen bei Pflanzen als Leitbündel im Stengel oder Stamm und als Samen-Fortsätze vor.
Hier eine Liste mit der gültigen DIN-Kurzbezeichnung
- Samenfasern
- Baumwolle (CO)
- Kapok (KP)
- Bastfasern
- Brennnessel, siehe auch Nesseltuch
- Hanf (HA)
- Jute (JU)
- Leinen (Flachs) (LI)
- Ramie (RA)
- Hartfasern
- Holzfasern
- Sisal (SI)
- Fruchtfasern
- Kokos (CC)
Fasern tierischen Ursprungs
Bei Tieren bilden die Haarfollikel Fasern. Ausnahmen sind Seide (Verpackung der Raupen) und Muskelfasern, quasi-zelluläre kontraktile Bestandteile des Muskels. Fasern die sich textil nutzen lassen sind:
- Wollen und feine Tierhaare
- Wolle von Schafen (WO) (Schurwolle WV) wird meist durch jährliches Scheren gewonnen und auch als Schurwolle bezeichnet.
- Alpaka, Lama, Vikunja, Guanako sind die Haare von den gleichnamigen Lamaarten bzw. Schafkamelen. Die Haare sind fein, weich, glänzend und wenig gekräuselt.
- Angora (WA) (Haare vom Angorakaninchen), Kanin (gewöhnliche Kaninchenhaare) sind sehr fein, glatt und sehr leicht. Da sie Wasserdampf gut aufnehmen sind Stoffe aus Kanin sehr warmhaltend und rheumalindernd.
- Kaschmir (WS) gewinnt man durch Auskämmen und sortieren der Flaum- oder Grannenhaare der Kaschmirziege. Diese Haare sind so fein wie die feinste Merinowolle und Bekleidung aus Kaschmir ist deshalb fein, weich, leicht und glänzend.
- Kamelhaar (WK) ist das Flaumhaar der Kamele, die Tiere werfen es jährlich ab. Es ist sehr fein, weich und leicht gekräuselt und beigebraun.
- Mohair (WM) bezeichnet die Haare der Angora- oder Mohairziege. Sie sind lang, leicht gelockt und glänzend. Ihre Farbe ist weiß und sie filzen kaum.
- Grobe Tierhaare
- Ziegenhaar
- Rinderhaar Hier haben vor allem die Haare des Yaks eine textile Bedeutung.
- Rosshaar ist sehr grob und wurde früher als Polster und Füllung von Matratzen verwendet.
- Seiden
- Maulbeerseide (SE) (Zuchtseide) wird aus dem Kokon des Maulbeerspinners, der Seidenraupe gewonnen.
- Tussahseide (ST) (Wildseide) wird aus dem von Bäumen und Sträuchern gesammelten Kokon des wildlebenden Tussahspinners hergestellt. Da hier der Schmetterling meist ausgeschlüpft ist, sind die Fasern kürzer und nicht abhaspelbar. Eine Zucht des Tussahspinners ist bisher nicht gelungen.
- Muschelseide, römische Byssus
Mineralfasern geologischen Ursprungs
Mineralfasern (Fasern ohne organisch gebundenen Kohlenstoff) kommen natürlich praktisch nur in dieser Form vor:
- Asbest (AS)
Chemiefasern, synthetics
Es existiert eine sehr große Anzahl Handelsnamen und ehemaliger Handelsnamen, die durchwegs bekannter sind als ihre chemische Zusammensetzung. Die meisten Chemiefasern sind Polymere:
Fasern aus natürlichen Polymeren
- Zellulosische Fasern
- Viskose (CV) wird nach dem Viscoseverfahren aus reiner Zellulose, hauptsächlich aus Buchenholz gewonnen, hergestellt.
- Modal (CMD) wird nach dem modifizierten Viscoseverfahren hergestellt und hat deshalb eine höhere Festigkeit als Viskose im trockenen und nassen Zustand.
- Cupro (CUP) wird nach dem Kupferoxid-Ammoniak-Verfahren hergestellt.
- Acetat (CA) wird im Trockenspinnverfahren aus in Aceton gelöstem Zelluloseacetat ersponnen (siehe Acetat-Fasern)
- Triacetat (CTA) wird ebenfalls aus Zelluloseacetat hergestellt, hier wird jedoch in Dichlormethan gelöst.
- Papierfasern
- Cellulon
- Gummifasern
- Gummi
- Pflanzeneiweißfasern
- Tiereiweißfasern
- Kasein, Handelsnamen Lanital, Tiolan, Aralac
Fasern aus synthetischen Polymeren
- Polykondensationsfasern
- Aramid, Handelsnamen Kevlar, Nomex, Twaron hat eine sehr hohe Reißfestigkeit und wird für technische Textilien benützt.
- Polyamid (PA), Handelsnamen Nylon, Perlon, Dederon ist sehr elastisch und knittert wenig. Polyamid lässt sich durch Hitze dauerhaft verformen, dies wird beim Thermofixieren ausgenutzt.
- Polyester (PES) Handelsnamen Diolen, ... zeigt vielseitige Eigenschaften und nimmt deshalb eine Spitzenposition unter den synthetischen Fasern ein. Die Polyesterfaser ist sehr reiß- und scheuerfest und nimmt kaum Feuchtigkeit auf.
- Polymerisationsfasern
- Polyethylen (PE), Handelsname Dyneema
- Polyacrylnitril (PAN) weist einen wollähnlichen Griff und gute Licht- und Chemikalienbeständigkeit auf, Handelsname z.B. Dralon
- Polypropylen (PP) leichteste Textilfaser überhaupt, mit guter Scheuerfestigkeit und praktisch keiner Wasseraufnahme, durch Kochfestigkeit gute Pflegeeigenschaften, elastisch, im Sportfunktions- und Unterwäschebereich häufig eingesetzt, Handelnamen z.B. Polycolon
- Modacryl sind veränderte Acrylfasern und unter anderem flammhemmend. Sie werden deshalb zu Schutzbekleidung verarbeitet.
- Polyvinylchlorid (Bei Fasern CLF sonst PVC) ist gut warmhaltend und wird für Rheumawäsche eingesetzt.
- Polytetrafluorethylen, Handelsnamen Teflon ist wasserabweisend und kaum färbbar. Es wird als Folie mit Mikroöffnungen in Wetterschutzbekleidung, Handelsname Gore-Tex verarbeitet.
- Polyethylenterephthalat, ein thermoplastisches Polyester, Handelsnamen Trevira
- Polyadditionsfasern
- Polyurethan (EL) als Elastomer, Handelnamen Spandex, Lycra, Elastan, Dorlastan. Elastan besteht aus mindestens 85% Polyurethan und hat eine sehr hohe elastische Dehnung. Da es in Vergleich zu Gummi gut anfärbbar ist, wird es meist in Verbindung mit anderen Fasern für dehnbare Gewebe, Badebekleidung und Strümpfe, eingesetzt. Elastodien hat für den textilen Einsatz praktisch keine Bedeutung.
Anorganische Chemiefasern
- Glasfasern (GF) sind nur sehr wenig dehnbar und spröde. Sie werden u.a. in Dekostoffen und für die Inneneinrichtung benützt. In großem Maße werden sie zur Verstärkung von Kunststoffen und in technischen Textilien eingesetzt.
- Kohlenstofffasern (CF) sind sehr leicht und haben eine hohe Festigkeit. Sie werden ebenfalls zur Verstärkung von Kunststoffen und in technischen Textilien eingesetzt.
- Metallfaser (MTF), sehr dünner Draht
- Keramikfasern bilden eine spezielle Klasse von anorganischen Fasern. Sie bestehen aus einer faserförmigen Keramikstruktur. Sie kommen als oxidische (Aluminiumoxide, Mullite, Yttriumoxide) und nichtoxidische (SiC, SiCN, SiBCN) Fasertypen vor. Ihr Haupteinsatzgebiet liegt bei Hochtemperaturanwendungen für Dämmstoffe (bei Kurzfasern) und als Verstärkungsfasern in hochbelasteten Kompositen.
- Nanotubefasern bestehen nahezu vollständig aus Kohlenstoffnanoröhren (engl. nanotubes). Sie besitzen sehr hohe Festigkeiten und sind noch in einem frühen Entwicklungsstadien. Die NASA untersucht deartige Fasersysteme zum Bau von Weltraumliften.
Fasermischungen
Es ist heute üblich, für textile Anwendungen Fasern zu mischen. Ziel ist immer, ein besseres Garn zu bekommen. Hier wird einerseits versucht, bessere Gebrauchseigenschaften, bessere bekleidungsphysiologische oder bessere Pflegeeigenschaften zu erhalten. Auf der anderen Seite versucht man eine Veränderung des Aussehens oder eine Erhöhung der Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Von der Verarbeitung sind Gemische schwieriger zu handhaben als pure Fasern.
- Vigogne ist eine Mischung aus Wolle und Viskose
Textile Eignung
Fasern, die zu Kleidern verarbeitet werden sollen, sollten einen Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer haben, da sie sich sonst unangenehm hart anfühlen. Daher werden sämtliche Bastfasern heute nicht mehr für Kleider verwendet, sondern für technische Textilien wie Verpackungen oder Dämmmatten.
Kunstfasern aus Polymeren eignen sich sehr gut für Textilien, für Kleidung wie für technische Anwendungen. Da die Fasern eigens hergestellt werden, kann ihre Form, Dicke und Länge fast frei gewählt werden.
Glasfasern und Kohlenstofffasern werden zu Gewebe (Textil), zu Gewebe (Technik) oder zu Vliesstoff verarbeitet; meist um sie später zu nichttextilen Faserverbundwerkstoffen weiterzuverarbeiten, selten um sie direkt in dieser Form einzusetzen. Beispielsweise werden Glasfasergewebe als temperaturbeständige Isolierung für Kabel eingesetzt.
Dünne Metalldrähte spielen eine erhebliche Rolle bei der Herstellung von Kabeln, wo sie meist geflochten werden.
Sollen Fasern textil verwendet werden, müssen sie gesponnen werden. Ausnahme: Vliesstoff und Filamente.
Siehe auch
- Faser (Mathematik)
Weblinks
- [http://www.stofflexikon.com Stofflexikon]
- [http://www.dfv-fachmedien.com/cfl/lexicon.php Chemiefaserlexikon]
- [http://www.hausarbeiten.de/download/20415.pdf Chemie der Textilfaser (pdf)]
Kategorie:Zellbiologie
!
ja:繊維
ProfitProfit ist der auf dem Markt realisierte, in Geld ausgedrückte Mehrwert, der nach den Theorien von Karl Marx Ziel des kapitalistischen Produktionsprozesses ist.
Umgangssprachlich wird Profit als Synonym für Gewinn gebraucht, was streng genommen nicht richtig ist. So gehen in den Gewinn einer Bilanz auch andere Größen wie Subventionen, Abschreibungen oder die Verzinsungen von Rücklagen ein.
Profit bedeutet ursprünglich "Gewinn der Seele" und wurde erst in den Jahren der Industrialisierung mit Gewinn in Bezug gebracht.
Siehe auch: Gewinn, Profitrate
Kategorie:Politischer Begriff
Kategorie:Wirtschaft
Kategorie:Arbeit
Kategorie:Marxismus
SubsistenzwirtschaftAls eine Subsistenzwirtschaft wird eine Wirtschaftsweise bezeichnet, die in der Regel in kleineren, regionalen Einheiten auf die Selbstversorgung und Erarbeitung des Lebensunterhaltes ausgerichtet ist, dabei jedoch keineswegs in sich autark sein muss. Der Aspekt der Vernetzung spielt eine wichtige Rolle.
Zur Subsistenzwirtschaft zählen das Betreiben von Ackerbau und Viehzucht zu Zwecken der Selbstversorgung, aber auch komplexe (Aus-)Tauschbeziehungen mit Gütern und Fähigkeiten/Dienstleistungen. Dies ist weniger einem Mangel an Vermarktungsmöglichkeiten zuzuschreiben, als vielmehr einem Wertemodell, in dem das Ziel von Produktion nicht in Geld/Kapital liegt, sondern in der Versorgung mit allem Lebensnotwendigen an sich. Im Rahmen der Subsistenzwirtschaft werden nach Möglichkeit auch alle Produktionsfaktoren, wie Werkzeuge und Saatgut, selbst erstellt oder produziert.
Subsistenzwirtschaften sind ein global zu findendes Phänomen. In Europa gab es bis ins 19. Jahrhundert Subsistenzwirtschaft. Ihr Niedergang begann mit der Industrialisierung der Produktions- und Arbeitsverhältnisse. Subsistente Wirtschaftsweisen haben sich jedoch bis heute in Form von Schattenwirtschaften erhalten. In den Bruttosozialprodukten der Länder werden sie nicht erfasst. Vor allem in den agrarisch geprägten Ländern Osteuropas, Südostasiens, Afrikas und Lateinamerikas stammen jedoch bis zu 80% der Lebensgrundlagen der ländlichen Bevölkerung nach wie vor aus Subsistenzproduktion.
Ein großer Teil der Frauenarbeit gehört nach wie vor zur Sphäre der Subsistenzwirtschaft und wird deshalb von der herrschenden Volkswirtschaftslehre nicht erfasst. Vor allem der Ökofeminismus hat den Einfluss der selbst- und familienversorgenden Arbeit auf die Gesamtwirtschaft erforscht und das Bewusstsein für die Bedeutung dieses Wirtschaftsbereiches zu wecken versucht. Bekannte Ökofeministinnen sind Maria Mies und Vandana Shiva.
Auf der Suche nach Alternativen zu den „zerstörerischen“, wachstumsorientierten Wirtschaftsweisen des Kapitalismus und des Sozialismus wurden Subsistenzansätze seit den 1960er Jahren weltweit wieder populärer. Hier hat besonders Rudolf Bahro durch Bücher und praktische Experimente Bedeutung erlangt.
Siehe auch: Subsistenz, Nachhaltigkeit, Ovambos, Subsistenzproduktion
Weblinks
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D13835.html Subsistenz im historischen Lexikon der Schweiz]
- [http://www.grueneliga-berlin.de/rabe_ralf/serien/unwirtschaftlich.html Subsistenz - Abschied vom ökonomischen Kalkül] - Einführender Grundlagentext
Kategorie:Wirtschaftsordnung
FutterDer Ausdruck Futter (v. althochdt.: fuotar) bezeichnet
#die Nahrung von Tieren, siehe Futtermittel
#dünneres Stoffmaterial auf der Innenseite von Kleidungsstücken, Schuhen und Lederwaren
#die Holzauskleidung der Leibung bei Fenstern und Türen
#eine Vorrichtung zum Einspannen eines Werkstückes (z.B.: Bohrfutter, Futter (Drehmaschine))
Siehe auch: Barf
Stärke (Zucker)Stärke (lat. Amylum) ist eine organische Verbindung, und zwar ein Polysaccharid mit der Formel (C6H10O5)n, das aus Glukose-Einheiten besteht.
Das Makromolekül zählt daher zu den Kohlenhydraten. Stärke ist einer der wichtigsten Inhaltsbestandteile pflanzlicher Zellen.
Natürliches Vorkommen in Stärkekörnern
Stärke ist ein Produkt der Assimilation (Biologie) von Kohlendioxid (siehe Calvin-Zyklus). Im Normalfall liegt sie in der Pflanzenzelle in Form organisierter Körner vor. Diese Stärkekörner besitzen, je nach Pflanzenart, eine unterschiedliche Größe und Form. Sie können kugelig, oval, linsen- oder spindelförmig aussehen, mitunter, wie im Milchsaft der Euphorbiaceae, auch stabartig mit angeschwollenen Enden. Manchmal sind sie durch gegenseitigen Druck polyedrisch. Nicht selten treten mehrere Körner zu einem abgerundeten Ganzen zusammen (zusammengesetzte Stärkekörner).
Die Stärkemoleküle liegen in den Stärkekörnern in zwei verschiedenen Erscheinungsformen vor:
- zu 80 % als Amylopektin (mit Verzweigungen innerhalb des Moleküls, α-1,6-glycosidisch und α-1,4-glycosidisch verknüpft)
- zu 20 % als Amylose (ohne Verzweigungen (linear), jedoch schraubig gewunden, nur α-1,4-glycosidisch verknüpft)
Im Wasser liegende Stärkekörner lassen eine deutliche Schichtung erkennen, die dadurch hervorgerufen wird, dass um eine innere, weniger dichte Partie, das so genannte Bildungszentrum, Schichten von ungleicher Lichtbrechung schalenartig gelagert sind; das Bildungszentrum liegt nur bei kugeligen Körnern genau im Mittelpunkt, meist ist es exzentrisch, und die es umgebenden Schichten haben dementsprechend ungleiche Dicke. Die Schichtung wird durch den verschiedenen Wassergehalt und die dadurch bedingte unterschiedliche Lichtbrechung der Schichten verursacht, weshalb auch trockene oder in absolutem Alkohol liegende Körner ungeschichtet erscheinen. In polarisiertem Licht zeigen alle Stärkekörner ein helles, vierarmiges Kreuz, dessen Mittelpunkt mit dem Schichtungszentrum zusammenfällt; sie verhalten sich demnach so, als wenn sie aus einachsigen Kristallnadeln zusammengesetzt wären.
Stärkenachweis
Normalerweise wird Stärke mit Hilfe von Iod in einer Iodprobe nachgewiesen.
Praktische Anwendungen findet die Iodprobe auch bei der vorgeschriebenen Markierung bestimmter Lebensmittel wie z. B. subventioniertem Butterfett. Diesen Lebensmitteln wird eine geringe Menge Stärke beigefügt. So gekennzeichnet lassen sich die betreffenden Produkte ohne aufwändige Analysemethoden mittels Iod-Kaliumiodid-Lösung nachweisen.
Stärke als pflanzlicher Speicherstoff
Stärke ist der Stoff, in dem Pflanzen ihre überschüssige Energie als Reserve speichern. Der Sinn der Stärkebildung ist hierbei die Speicherung der Glucose in unlöslicher und somit osmotisch unwirksamer Form. Stärke kann deshalb im Vergleich zu Glucose ohne viel Wasser, also viel kompakter, gespeichert werden. Die Stärke tritt in den verschiedenartigsten Geweben aller grünen Pflanzen auf. Sie kommt aber nicht in Pilzen und auch nicht in einigen Algen (Diatomeen und Florideen) vor; bei letzteren ist sie durch eine ähnliche Substanz (Florideenstärke) ersetzt, die sich mit Iod gelb oder braun färbt. Auch im Einzeller Euglena kommen stärkeähnliche, mit Iod jedoch sich nicht färbende Körner (Paramylon) vor. Endlich tritt in den Epidermiszellen einiger höherer Pflanzen eine mit Iod sich blau oder rötlich färbende Substanz in gelöster Form auf, die lösliche Stärke. In allen übrigen Fällen ist das Auftreten der Stärke in der beschriebenen Körnerform die Regel. Sehr reich an Stärke sind die zur Reservestoffspeicherung dienenden Gewebe der Samen, Knollen, Zwiebeln und Rhizome sowie die Holzstrahlen und das Holzparenchym im Holzkörper der Bäume. Diese Reservestärke unterscheidet sich durch ihre Großkörnigkeit von der feinkörnigen, im assimilierenden Gewebe auftretenden Stärke. Die Bildung der Stärke erfolgt entweder innerhalb der Chloroplasten oder in anderen Plastiden, etwa in den farblosen Leukoplasten. Letztere treten besonders in solchen chlorophyllfreien Geweben auf, in denen die Assimilationsprodukte in Reservestärke umgewandelt werden, wie in vielen stärkemehlhaltigen Knollen. Bei vielen chlorophyllhaltigen Algen, z. B. bei Spirogyra, treten die Stärkekörner an besonderen Bildungsherden im Umkreis von Pyrenoiden auf. Das Wachstum der anfangs ganz winzigen Stärkekörner erfolgt durch Einlagerung neuer Stärkemoleküle zwischen die schon vorhandenen, während die zusammengesetzten Stärkekörner sich durch nachträgliche Verschmelzung und Umlagerung mit neuen Schichten bilden.
Stärke ist das wichtigste Kohlenhydrat der menschlichen Ernährung. Auch viele Tiere ernähren sich von der pflanzlichen Stärke. Eine Zusammenstellung der Stärke liefernden Arten findet sich im Artikel Nutzpflanzen.
Stärkespaltung
Durch Enzyme (α-, β-Amylasen) kann Stärke gespalten werden. Dadurch entstehen Dextrine bzw. Doppelzucker. Dies geschieht z.B. auch im Innern von Pflanzenzellen, denn im Leben der Pflanze liefert die Stärke z.B. das Material für den Aufbau der Zellwand. Auf ähnliche Weise kann der tierische und menschliche Körper Energie aus Stärke gewinnen. Dagegen ist Resistente Stärke für die Verdauungsenzyme unzugänglich. Amylasen werden aber auch als Mehlbehandlungsmittel eingesetzt um Mehle besser backfähig zu machen. Speziell bei Roggen muss die Spaltung der Stärke in Folge natürlicher Amylase-Tätigkeit in der Regel jedoch eingedämmt werden, um die Backfähigkeit zu gewährleisten. Traditionell geschieht dies durch Säuerung der Teige.
Verhalten beim Erhitzen (Verkleisterung)
Stärke kann unter Hitzeinwirkung ein Vielfaches ihres Eigengewichtes an Wasser physikalisch binden, aufquellen und verkleistern. Beim Erhitzen mit Wasser quillt die Stärke bei 47-57°C, die Schichten platzen, und bei 55-87°C (Kartoffelstärke bei 62,5°C, Weizenstärke bei 67,5°C) entsteht Stärkekleister, welcher je nach der Stärkesorte verschiedenes Steifungsvermögen besitzt (Maisstärkekleister größeres als Weizenstärkekleister, dieser größeres als Kartoffelstärkekleister) und sich mehr oder weniger leicht unter Säuerung zersetzt. Bei kühlen Temperaturen bildet sich dieser Effekt langsam wieder zurück - man spricht von Retrogradation. Verkleisterte Stärke und geronnenes Klebereiweiß bilden die Basisstruktur von Gebäcken jeder Art (siehe auch Brotkrume).
Nach heutigem (2004) Wissen entsteht bei Überhitzung von Stärken, insbesondere beim Backen, Braten, Rösten, Grillen und Frittieren in Gegenwart der Aminosäure Asparagin das möglicherweise Krebs erzeugende Acrylamid. Ob die klassische Maillard-Reaktion dafür verantwortlich ist, wird noch kontrovers diskutiert.
Stärkegewinnung
Stärke wird in unseren Breiten meistens aus Kartoffeln oder Getreide gewonnen. Man gewinnt Stärke aber auch aus zahlreichen anderen Pflanzen, von denen neben Weizen und Kartoffeln auch Reis (Bruchreis aus den Reisschälfabriken) und Mais besonders wichtig sind.
Historische Verfahren der Stärkeproduktion
Kartoffelstärke
Kartoffeln enthalten etwa 75 Prozent Wasser, 21 Prozent Stärke und 4 Prozent andere Substanzen. Zur Herstellung von Kartoffelstärke werden sie traditionell auf schnell rotierenden, mit Sägezähnen besetzten Zylindern unter Zufluss von Wasser möglichst fein zerrieben. Daraufhin wäscht man den Brei, in welchem die Zellen möglichst vollständig zerrissen, die Stärkekörner also bloßgelegt sein sollten, aus einem Metallsieb, auf dem Bürsten langsam rotieren, mit Wasser aus. Bei größeren Betrieben benutzt man kontinuierlich wirkende Apparate, bei denen der Brei durch eine Kette allmählich über ein langes, geneigt liegendes Sieb transportiert und dabei ausgewaschen und das auf den schon fast erschöpften Brei fließende Wasser, welches also nur sehr wenig Stärkemehl aufnimmt, auch noch auf frischen Brei geleitet wird. Der ausgewaschene Brei (Pülpe) enthält 80-95 Prozent Wasser, in der Trockensubstanz aber noch etwa 60 Prozent Stärke und dient als Viehfutter, auch zur Stärkezucker-, Branntwein- und Papierherstellung; das Waschwasser hat man zum Berieseln der Wiesen benutzt, doch gelang es auch, die stickstoffhaltigen Bestandteile des Kartoffelfruchtwassers als Viehfutter zu verwerten. Da die Pülpe noch sehr viel Stärke enthält, zerreibt man sie zwischen Walzen, um alle Zellen zu öffnen, und wäscht sie noch einmal aus. Nach einer anderen Methode schneidet man die Kartoffeln in Scheiben, befreit sie durch Mazeration in Wasser von ihrem Saft und schichtet sie mit Reisigholz oder Horden zu Haufen, in welchen sie bei einer Temperatur von 30-40°C in etwa acht Tagen vollständig verrotten und in eine lockere, breiartige Masse verwandelt werden, aus welcher die Stärke leicht ausgewaschen werden kann.
Das von den Sieben abfließende Wasser enthält die Saftbestandteile der Kartoffeln gelöst und Stärke und feine Fasern, die durch das Sieb gegangen sind, suspendiert. Man rührt dieses Wasser in Bottichen auf, lässt es kurze Zeit stehen, damit Sand und kleine Steinchen zu Boden fallen können, lässt es dann durch ein feines Sieb fließen, um gröbere Fasern zurückzuhalten, und bringt es dann in einen Bottich, in welchem sich die Stärke und auf ihr die Faser ablagert. Die obere Schicht des Bodensatzes wird deshalb nach dem Ablassen des Wassers entfernt und als Schlammstärke direkt verwertet oder weiter gereinigt, indem man sie auf einem Schüttelsieb aus feiner Seidengaze, durch deren Maschen die Stärke, aber nicht die Fasern hindurchgehen, mit viel Wasser auswäscht. Die Hauptmasse der Stärke wird im Bottich wiederholt mit reinem Wasser angerührt und nach jedesmaligem Absetzen von der oberen unreinen Stärke befreit. Man kann auch die rohe Stärke mit Wasser durch eine sehr schwach geneigte Rinne fließen lassen, in deren oberem Teil sich die schwere reine Stärke ablagert, während die leichteren Fasern von dem Wasser weiter fortgeführt werden.
Oft benutzt man auch Zentrifugalmaschinen, in welchen sich die schwere Stärke zunächst an der senkrechten Wand der schnell rotierenden Siebtrommel ablagert, während die leichte Faser noch im Wasser suspendiert bleibt. Das Wasser aber entweicht durch die Siebwand, und man kann schließlich die Stärke aus der Zentrifugalmaschine in festen Blöcken herausheben, deren innere Schicht die Faser bildet. Die feuchte (grüne) Stärke, welche etwa 33-45 Prozent Wasser enthält, wird ohne weiteres zu Traubenzucker verarbeitet, für alle anderen Zwecke aber auf Filterpressen oder auf Platten aus gebranntem Gips, die begierig Wasser einsaugen, auch unter Anwendung der Luftpumpe entwässert und bei einer Temperatur unter 60°C getrocknet. Man bringt sie in Brocken oder, zwischen Walzen zerdrückt und gesiebt, als Mehl in den Handel. Bisweilen wird die feuchte Stärke mit etwas Kleister angeknetet und durch eine durchlöcherte eiserne Platte getrieben, worauf man die erhaltenen Stängel auf Horden trocknet. Um einen gelblichen Ton der Stärke zu verdecken, setzt man ihr vor dem letzten Waschen etwas Ultramarin zu.
Weizenstärke
Weizenstärke wird aus weißem, dünnhülsigem, mehligem Weizen hergestellt. Dieser enthält etwa 58-64 Prozent Stärke, außerdem etwa 10 Prozent Kleber und 3-4 Prozent Zellstoff, welcher hauptsächlich die Hülsen des Korns bildet. Die Eigenschaften des Klebers bedingen die Abweichungen der Weizenstärkefabrikation von der Gewinnung der Stärke aus Kartoffeln. Nach dem traditionellen Halleschen oder Sauerverfahren weicht man den Weizen in Wasser, zerquetscht ihn zwischen Walzen und überlässt ihn, mit Wasser übergossen, der Gärung, die durch Sauerwasser aus einem früheren Prozess eingeleitet wird und Essig- und Milchsäure liefert, in welcher sich der Kleber löst oder wenigstens seine zähe Beschaffenheit so weit verliert, dass man nach 10-20 Tagen in einer siebartig durchlöcherten Waschtrommel die Stärke abscheiden kann. Das aus der Trommel abfließende Wasser setzt in einem Bottich zunächst Stärke, dann eine innige Mischung von Stärke mit Kleber und Hülsenteilchen (Schlichte, Schlammstärke), zuletzt eine schlammige, vorwiegend aus Kleber bestehende Masse ab. Diese Rohstärke wird ähnlich wie die Kartoffelstärke gereinigt und dann getrocknet, wobei sie zu Pulver zerfällt oder, wenn sie noch geringe Mengen Kleber enthält, die so genannte Strahlenstärke liefert, die von den Normalverbrauchern irrtümlich für besonders rein gehalten wird.
Nach dem traditionellen Elsässer Verfahren wird der gequellte Weizen durch aufrechte Mühlsteine unter starkem Wasserzufluss zerquetscht und sofort ausgewaschen. Das abfließende Wasser enthält neben Stärke viel Kleber und Hülsenteilchen und wird entweder der Gärung überlassen und dann wie beim vorigen Verfahren weiter verarbeitet, oder direkt in Zentrifugalmaschinen gebracht, wo viel Kleber abgeschieden und eine Rohstärke erhalten wird, die man durch Gärung etc. weiter reinigt. Die bei diesem Verfahren erhaltenen Rückstände besitzen beträchtlich höheren landwirtschaftlichen Wert als die bei dem Halleschen Verfahren entstehenden. Will man aber den Kleber noch vorteilhafter verwerten, so macht man aus Weizenmehl einen festen, zähen Teig und bearbeitet diesen nach etwa einer Stunde in Stücken von 1kg in einem rinnenförmigen Trog unter Zufluss von Wasser mit einer leicht kannelierten Walze. Hierbei wird die Stärke aus dem Kleber ausgewaschen und fließt mit dem Wasser ab, während der Kleber als zähe, fadenziehende Masse zurückbleibt.
Reisstärke
Reis enthält 70-75 Prozent Stärke neben 7-9 Prozent unlöslichen, eiweißartigen Stoffen, die aber durch Einweichen des Reises in ganz schwacher Natronlauge größtenteils gelöst werden. Man zerreibt den Reis dann in einer Mühle unter beständigem Zufluss schwacher Lauge, behandelt den Brei in einem Bottich anhaltend mit Lauge und Wasser, lässt kurze Zeit absetzen, damit sich gröbere Teile zu Boden senken, und zieht das Wasser, in welchem reine Stärke suspendiert ist, ab. Aus dem Bodensatz wird die Stärke in einem rotierenden Siebzylinder durch Wasser ausgewaschen, worauf man sie durch Behandeln mit Lauge und Abschlämmen vom Kleber befreit. Die zuerst erhaltene reinere Stärke lässt man absetzen, entfernt die obere unreine Schicht, behandelt das übrige auf der Zentrifugalmaschine und trocknet die reine Stärke.
Maisstärke
Mais weicht man vier- bis fünfmal je 24 Stunden in Wasser von 35°C, wäscht ihn und lässt ihn dann durch zwei Mahlgänge gehen. Das Mehl fällt in eine mit Wasser gefüllte Kufe mit Flügelrührer und gelangt aus dieser auf Seidengewebe, das nur die grobe Kleie zurückhält. Die mit der Stärke beladenen, durch das Gewebe hindurchgegangenen Wasser gelangen in Tröge, dann durch zwei feine Gewebe und endlich auf wenig geneigte, 80-100 m lange Schiefertafeln, auf welchen sich die Stärke ablagert. Das abfließende, nur noch Spuren von Stärke enthaltende Wasser lässt man stehen und presst den Absatz zu Kuchen, um ihn als Viehfutter zu verwenden.
Rosskastanienstärke
Auch aus Rosskastanien kann Stärke gewonnen werden, doch ist diese nur für technische Zwecke verwendbar, da ein ihr anhaftender Bitterstoff durch Behandeln mit kohlensaurem Natron kaum vollständig entfernt werden kann. Die Ausbeute beträgt 19-20 Prozent. Die handelsübliche Stärke dagegen enthält etwa 80-84 Prozent reine Stärke, 14-18 Prozent Wasser und in den billigeren Sorten bis 5 Prozent Kleber, 2,5 Prozent Fasern und 1,3 Prozent Asche, während der Aschengehalt in den besten Sorten nur 0,01 Prozent beträgt.
Verwendung von Stärke
Stärke wird vielfältig eingesetzt. Sie dient etwa zum Beizen von Baumwolle, zur Färbung mit Anilinfarben, zum Leimen des Papiers, zum Verdicken von Farben in der Zeugdruckerei; sie wird als Kleister verwendet, man setzt sie zur Herstellung von Dextrin und Traubenzucker ein oder zur Herstellung von Nudeln, mehlhaltigen Nahrungsmitteln (Brot, Backwaren) sowie Nährmitteln. Sie dient auch als Zutat bei zahlreichen weiteren Kochrezepten. In der Nahrungsgmittelindustrie wird sie häufig in Form von modifizierte Stärke verwendet. Die Stärke ist auch der wesentliche Bestandteil im Getreide und in den Kartoffeln, aus dem sich beim Bierbrauen, nachdem sie in Zucker und Dextrin überführt wurde, der Alkohol bildet.
Historisches
Stärke war bereits der Antike bekannt, nach Dioskurides wurde sie amylon genannt, weil sie nicht wie andere mehlartige Stoffe in Mühlen gewonnen wird. Nach Plinius wurde sie zuerst auf Chios aus Weizenmehl hergestellt. Über die Fortschritte der Fabrikation im Mittelalter weiß man wenig, nur so viel ist sicher, dass die Holländer im 16. Jahrhundert Stärke im großen Maßstab herstellten und bedeutende Mengen exportierten. Die Stärkeindustrie entwickelte sich vorwiegend als landwirtschaftliches Gewerbe. Mit einfachsten Vorrichtungen gewann man zwar nur eine mäßige Ausbeute, doch die Fortschritte in der Vervollkommnung der Maschinen und Apparate führten dann zu einer größeren Ausbeute, vor allem durch Einführung besonders konstruierter Zentrifugalmaschinen.
Verwendung: in Tabletten als Bindemittel, Füllmittel, Sprengmittel
Siehe auch
- Maissirup
Kategorie:Kohlenhydrat
ja:デンプン
ms:Kanji
FarbstoffeAls Farbstoffe werden organische Verbindungen bezeichnet, die die Eigenschaft haben, andere Materialien zu färben.
Als Farbstoffe werden nach DIN 55934 Farbmittel bezeichnet, die in ihrem Anwendungsmedium löslich sind. Unlösliche Farbmittel heißen dagegen Pigmente.
Farbstoffe, die dazu verwendet werden, Lebensmittel zu färben, werden als Lebensmittelfarben bezeichnet und sind Lebensmittelzusatzstoffe.
Die Farbstoffe teilt man auch in tierische Farbstoffe, in synthetische Farbstoffe, in pflanzliche Farbstoffe und in anorganische Farbstoffe ein.
Synthetische Farbstoffe sind zum Beispiel die Azofarbstoffe. Sie sind künstlich hergestellt.
Tierische Farbstoffe sind Farbstoffe, die von den Tieren produziert werden.
Sie sind zum Beispiel Hämoglobin (der Farbstoff des Blutes) und Purpur (das von der Purpurschnecke produziert wird).
Pflanzliche Farbstoffe sind Farbstoffe, die von Pflanzen produziert werden,
zum Beispiel Indigo, Chlorophyll oder Carotin (aus dem der Farbstoff der Karotte besteht). Anorganische Farbstoffe sind Farbstoffe ohne die organischen Kohlenstoffverbindungen, zum Beispiel Ocker.
Als Standardwerk der Farbstoffchemie gilt der Colour Index, darin werden alle bekannten Farbmittel aufgeführt und charakterisiert.
Geschichte
Farbmittel (also lösliche Farbstoffe und unlösliche Pigmente) werden schon in den Urzeiten der Menschheit für die verschiedensten Anlässe und Einsatzgebiete verwendet.
Eine der seit Urzeiten verwendeten Farben war das Weiß und eines der ersten verwendeten Weiß-Pigmente war das Kalziumoxid (CaO), welches durch Brennen aus Kalkstein gewonnen wird, siehe auch Kalkfarbe.
In der Malerei war lange Zeit das Bleiweiß (Pb(OH)2 · 2 PbCO3) die einzige verfügbare weiße Farbe, bis dieses schließlich Anfang des 19. Jahrhunderts durch das Zinkweiß (ZnO) ersetzt wurde, welches wegen seiner geringeren Toxizität dem Bleiweiß vorgezogen wurde.
Heute wird fast ausschließlich das erst im letzten Jahrhundert entwickelte Titanweiß (TiO | | |