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1040er

1040er

Ereignisse


- um 1040: Agrarrevolution des Hochmittelalters
- um 1043: Geburt von El Cid in Vivar
- 1046: Synode von Sutri: drei Päpste verlieren ihre Ämter; Clemens II. wird Papst und krönt Heinrich III. (und seine Frau Agnes) zum Kaiser
- 1049: Leo IX. wird Papst ko:1040년대

Kategorie:1040er



Agrarrevolution

Unter Agrarrevolution versteht man die Umstrukturierung der Landwirtschaft, die in England zu Beginn des 18. Jahrhunderts begann. Schon in der frühen Neuzeit vergrößerten sich in England Großgrundbesitzer auf Kosten der Kleinbauern. Es wurden dazu die weit verstreuten Anbauflächen zusammengelegt und die Allmende (die gemeinsame Nutzfläche an Weide und Wald) aufgeteilt und, als Zeichen der Privatisierung, auch eingezäunt. Besonders im 18. Jahrhundert wurden diese Einhegungen immer häufiger. Die Folge war, dass die Bauern immer weniger Holz und Weidefläche für ihr Vieh hatten. Die meisten verkauften nun ihren bescheidenen Besitz, ließen sich bei den Großgrundbesitzern als Landarbeiter anstellen oder wanderten in die Städte ab, um als Lohnarbeiter eine neue Beschäftigung zu finden. Ebenso war der zunehmende Einsatz von Maschinen ein Grund für die Arbeitslosigkeit und Abwanderung der Bauern. In den so vergrößerten Besitzungen wurde auch die landwirtschaftliche Produktion durch verschiedene neue Neuerungen gesteigert. Die Fruchtwechselwirtschaft wurde anstatt der Dreifelderwirtschaft eingeführt. Verschiedene natürliche Düngemittel (Stalldung, Knochenmehl, Kohlenasche, städtischer Abfall, Sand) erhöhten die Erträge beträchtlich. Ausländische Rinder wurden importiert, um durch Kreuzungen möglichst fleischreiche Tiere züchten zu können. Landwirtschaftliche Geräte (Dresch- und Sämaschinen) wurden ständig weiterentwickelt. 1785 wurde der erste gusseiserne Pflug patentiert. Um 1800 waren noch etwa 75% aller Arbeitskräfte in der Landwirtschaft tätig. Die ständigen Neuerungen machten es möglich, auch die rasch zunehmende Stadtbevölkerung ausreichend mit Lebensmitteln zu versorgen. So wuchs der Markt, obwohl die Masse der Bevölkerung weiter in bitterer Armut lebte. Kategorie:Britische Geschichte Kategorie:Agrargeschichte

1043

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Beginn des ersten wirtschaftlichen Aufschwungs der Stadt Bremen unter Erzbischof Adalbert.
- Erste Erwähnung von Kopenhagen und Hasselfelde
- Normannen besiegen Araber in Apulien
- Heinrich III. heiratet in Ingelheim Agnes von Poitou.

Geboren


- Rodrigo Díaz de Vivar ("El Cid"), spanischer Nationalheld († 1099)

Gestorben


- Gisela von Schwaben (
- 989/990) ko:1043년

El Cid

El Cid ist der Name, unter dem der spanische Nationalheld aus der Zeit der Reconquista Rodrigo Díaz de Vivar bekannt wurde. Der Name ist aus dem arabischen as-sayyid ("der Herr" السيد ) bzw. sidi ("mein Herr" سيدي ) abgeleitet und stammt aus der Zeit, in der Rodrigo als Söldnerführer in der spanischen Levante operierte.

Leben und Taten

Rodrigo (Kurzform Ruy) wurde um 1043 in dem Dorfe Vivar geboren, welches 7 km von Burgos entfernt liegt, und war der Sohn eines kastilischen Granden. Als Halbwaise wuchs er am Hofe König Ferdinand des Großen von Kastilien und León zusammen mit dessen Sohn Sancho auf. Nach dem Tod des Königs 1065 und der Aufteilung des Reiches unter seinen drei Söhnen blieb Rodrigo im Gefolge Sanchos, der als Sancho II. König von Kastilien wurde und die Herrschaft über die anderen beiden Teilreiche Galicien und León anstrebte. Rodrigo bekleidete das Amt eines königlichen Bannerträgers (Alférez Real oder Armiger Regis) und errang in dieser Funktion erste militärische Erfolge als Truppenführer. Bereits in seiner Zeit am kastilischen Hof erhielt er den Beinamen el Campeador oder campi doctor, ein von lat. campio (Kämpe, Duellkämpfer) hergeleiteter Titel, der auf das siegreiche Bestehen von Zweikämpfen als Kampfesstellvertreter eines Kriegsherrn oder einer Streitpartei verweist. Im Deutschen wird dieser Beiname meist mit "der Kämpfer" übersetzt (man könnte auch ganz wörtlich "der Champion" sagen). Als der König 1072 während der Belagerung von Zamora ermordet wurde und sein Bruder und Kontrahent Alfons VI. die Königreiche León und Kastilien wiederum vereinigte, soll ihm Rodrigo als Alférez der Legende nach einen von den kastilischen Ständen (Cortes) verlangten Reinigungseid abgenommen haben, mit dem Alfons beteuerte, nichts mit dem Tod seines Bruders zu tun zu haben. Jedenfalls blieb Rodrigo wie viele andere Gefolgsleute Sanchos im Dienste des neuen Königs, musste das Amt des Bannerträgers jedoch abgeben. Es wurde kurze Zeit darauf von einem zum Grafen von Nájera beförderten kastilischen Ritter namens García Ordóñez bekleidet, der in der Legende eine Rolle als höfischer Widersacher Rodrigos spielt (was vermutlich der Wirklichkeit entspricht). Etwa 1074 heiratete Rodrigo die häufig (aber wohl unhistorisch) als Verwandte des Königs bezeichnete Jimena Díaz, die aus einer reichen asturischen Familie stammte. Der damit verbundene gesellschaftliche Aufstieg zeigt sich besonders an dem urkundlich belegten großen Landbesitz des Paares. Auch trat Rodrigo bei mehreren Gelegenheiten als Mitglied von königlichen Schiedsgerichten in Erscheinung, die Streitigkeiten unter Adligen schlichteten. Nach verschiedenen eigenmächtigen Eroberungszügen und der vom König nicht gewünschten Einmischung in einen regionalen Konflikt zwischen den maurischen Kleinkönigreichen Sevilla und Granada in Südspanien, in dessen Verlauf es dem Cid in einem Gefecht 1080 gelang, seinen auf der anderen Seite kämpfenden Konkurrenten García Ordóñez in demütigender Weise gefangen zu nehmen, fiel er 1081 in Ungnade und wurde vom König verbannt. Er ging an den Hof des maurischen Fürsten al-Mu'tamin von Saragossa, den er als Anführer einer stehenden und im Wesentlichen aus der von ihr selbst erzielten Beute finanzierten Söldnertruppe unter anderem auch gegen christliche Herrscher verteidigte. Neben seinen Fähigkeiten als militärischer Führer trug auch diese neuartige Organisationsform mit zu den Erfolgen der "Bande" bei, deren Führer man sich in dieser Phase als eine Art "Raubritter" oder "Warlord" vorstellen darf. Mit seiner stetig wachsenden Schar baute sich der Cid eine eigene Machtposition in der Levante auf. LevanteNach der schweren Niederlage der Kastilier gegen das von den maurischen Fürsten ins Land gerufene Heer der berberischen Almoraviden unter Yusuf ibn Taschfin in der Schlacht bei Sagrajas (arab. al-Zallaqa) kam es ab 1086 zur zeitweiligen Annäherung zwischen dem Cid und Alfons VI.. Etwa ab dieser Zeit übernahm Rodrigo nach und nach die Schutzherrschaft über das formal mit Kastilien verbündete maurische Fürstentum Valencia, das er vor der Eroberung durch die Katalanen unter Graf Berenguer Ramón bewahrte und ab 1089/90 zum Bollwerk gegen die erneut vordringenden maurisch-almoravidischen Kräfte auszubauen suchte. Nachdem der aus der toledanischen Taifendynastie der Dhun-Nuniden stammende Fürst 1092 im Verlauf einer Stadtrevolte ermordet und die Stadt vorübergehend von almoravidischen Truppen besetzt worden war, nahm der Cid sie im Juni 1094 wieder ein und schlug das Entsatzheer der Almoraviden bald darauf in der Schlacht von Cuarte. In Valencia herrschte er nunmehr bis zu seinem Tod am 10. Juli 1099 als oberster Richter und Herr (Señor) und verteidigte das Königreich gegen die vorrückenden Almoraviden, die es aber bereits wenige Jahre später eroberten. Der Tod des Cid ist legendär: In einem Hinterhalt tödlich verwundet, nahm er seinen Gefolgsleuten auf dem Sterbebett das Versprechen ab, den Feind erneut anzugreifen. Seinem Wunsch entsprechend band man den sorgfältig geschminkten Leichnam vor der Schlacht in voller Rüstung aufs Pferd. Seine treue Stute Babieca (der Legende nach ein Prototyp des weißen Andalusiers) trug den Toten mit dem Schwert in der Hand ins Getümmel voran. Auf diese Weise motiviert, errangen seine Leute einen glänzenden Sieg über die von der Erscheinung des Totgeglaubten erschreckten Berber.
Über die tatsächlichen Todesumstände ist wenig bekannt. Kurioserweise fällt der Tod des Cid aber fast auf den Tag genau auf das Datum der blutigen Eroberung Jerusalems durch die Kreuzfahrer. Als die Stadt 1102 kurz vor ihrer Einnahme durch die Almoraviden stand, konnte der zu Hilfe gerufene Alfons VI. nur noch die Witwe und den Leichnam des Cid zusammen mit seinen Truppen aus Valencia evakuieren und gab die Stadt dem Feuer preis. Das Ziel, den Vormarsch der berberischen Eroberer im Osten der Pyrenäenhalbinsel aufzuhalten, war damit gescheitert. Ein entscheidender Grund war wohl die Tatsache, dass der Cid keine männlichen Nachkommen mehr besaß, nachdem sein einziger Sohn Diego 1097 in der Schlacht bei Consuegra bei Toledo den Tod gefunden hatte. Die Sage über seine Töchter ist mit dem Namen der Stadt Carrión de los Condes verbunden (s. dort). Der Cid wurde in seiner kastilischen Heimat in dem Kloster San Pedro de Cardeña bei Burgos bestattet; heute befindet sich das Grabmal in der gotischen Kathedrale von Burgos. Sein Schwert Tizona ist noch heute im Armeemuseum in Madrid zu besichtigen.

Mythos und Rezeption

Rezeption Schon früh wurde El Cid als Hauptperson der Legende, die seinen Namen trägt, zu einer literarischen Figur. Die vermutlich bereits zu Beginn des 12. Jh. entstandene Historia Roderici erzählt in recht nüchterner Sprache auf Latein von den Taten des Cid. Von dem berühmten altspanischen Epos El Cantar del Mío Cid existiert eine einzige, neuerdings ([http://descargas.cervantesvirtual.com/servlet/SirveObras/cid/02405030878817831754491/010379.pdf?incr=1 Untersuchung] von Riaño Rodríguez und Gutiérrez Aja, 2003) recht genau auf das Jahr 1235 datierte Handschrift, die in der Nationalbibliothek in Madrid verwahrt wird. Viele Forscher vermuten die mündlich oder schriftlich tradierten Ursprünge dieser Dichtung jedoch bereits in der ersten Hälfte des 12. Jh. Darin wird der Cid als die Idealfigur spanischen Rittertums verherrlicht und (unhistorisch) als Verfechter oder Vorreiter der Kreuzzugsidee dargestellt. Deshalb wird großzügig darüber hinweggesehen, dass der Cid lange Zeit im Dienste maurischer Fürsten stand, denn er soll als Verteidiger des Christentums und als Sieger über die Mauren erscheinen. Das Heldenlied (Chanson de geste) ist eines der großen Werke der spanischen mittelalterlichen Literatur und macht mengenmäßig mehr als die Hälfte der überlieferten spanischen Heldenepik aus. Ab dem späteren Mittelalter wurde der literarische Stoff des Cantar zum Sujet einer Vielzahl von nachgedichteten Ritterromanen, Chronistenberichten und Nacherzählungen. Mit der Zeit gab es immer neue Variationen und Ausdichtungen der Geschichte. Sogar eine Art früher "Urheberrechtsstreit" entwickelte sich daraus, als die 1636 aufgeführte und in Frankreich sehr erfolgreiche Tragikomödie Le Cid von Pierre Corneille eine literarische Fehde auslöste (Querelle du Cid). Das frühe Heldenlied selbst geriet jedoch praktisch in Vergessenheit, es wurde erst 1779 veröffentlicht und dann von der das Mittelalter verherrlichenden Romantik wiederentdeckt. Auch Herder veröffentlichte 1805 eine Ballade über den spanischen Ritter (Der Cid. Nach spanischen Romanzen besungen durch J. G. von Herder). Der Stoff und die Figur des Cid beschäftigt Autoren und Komponisten (Oper von Massenet 1885) bis in die jüngste Zeit hinein. 1929 erschien das vielbeachtete historische Standardwerk La España del Cid (deutsch Das Spanien des Cid, München 1936-37) des spanischen Philologen und Historikers Ramón Menéndez Pidal (1869-1968), dem seine großen Verdienste um die Forschung in keinem Fall abgesprochen werden dürfen. Allerdings zeichnete er ein recht verklärtes Bild des Kämpfers und trug entscheidend zum Weiterleben der Vorstellung von El Cid als einem mit König Artus oder Richard Löwenherz vergleichbaren ritterlichen Helden "ohne Furcht und Tadel" bei. Bekannt ist auch der von Anthony Mann im Jahre 1961 gedrehte Historienfilm El Cid mit Charlton Heston und Sophia Loren in den Hauptrollen. Dabei wirkte als wichtigster historischer Berater der damals schon über neunzigjährige Menéndez Pidal mit. Die Musik komponierte der auf Monumentalfilme spezialisierte Hollywood-Veteran Miklos Rozsa. Im April 2005 kam der spanische Zeichentrickfilm El Cid - Die Legende (2003, Originaltitel: El Cid: La Leyenda) in die deutschen Kinos (Näheres [http://www.djfl.de/entertainment/djfl/1115/111952.html hier], Rezension [http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20050417 hier]). Der Epilog dieses Trickfilms gibt sehr treffend die Kernaussage der Legende wieder, die vom Cantar ausgehend über Menéndez Pidal und Heston das Bild vom Cid bis heute prägt: "El Cid kämpfte nie für persönlichen Reichtum oder Ruhm, er kämpfte um die Vergebung seines Königs und für seine Ehre." Offensichtlich hat das mit der historischen Wirklichkeit nicht allzu viel zu tun. So sagt denn auch der Klappentext zu R. Fletchers Sachbuch "El Cid" (s. u.) knapp: "Eingebettet in 500 Jahre spanischer Geschichte schildert der Autor akribisch, wie und warum sich ein kastilischer Ritter aus dem 11. Jahrhundert in den Heros verwandelte, der er nie war." (Hervorhebung d. Verf.)

Literatur


- El cantar del Mío Cid. Max Hueber Verlag, München 1998. ISBN 3-19-004113-X.
- Fletcher, Richard: El Cid. Berlin 1999. ISBN 3-88-679312-5. (Hilfreiche Rezension [http://www.tina-sommer.de/board/viewtopic.php?t=1291&view=next hier])
- Lexikon des Mittelalters. Bd. II, Sp. 2078-82. München, 2002 (TB-Ausgabe). ISBN 3-42-359057-2.
- Menéndez Pidal, Ramón: The Cid and His Spain. Übersetzt [ins Englische] von Harold Sunderland. London, 1971. ISBN 0-71-461508-0. Die zweibändige dt. Ausgabe des Werkes unter dem Titel "Das Spanien des Cid" stammt von 1936-37.
- Baer, Frank: Die Brücke von Alcántara. München, 1988. ISBN 3-442-72087-7. (historischer Roman)

Weblinks


-
- Kurzdarstellung Geschichte des Cid: [http://perso.wanadoo.es/ralf55/history/cid11.html]
- Artikel über den "Cantar del Mío Cid" aus Kindlers neues Literaturlexikon: [http://www.romanistik.uni-mainz.de/hisp/cantos/cid/kll.htm]
- Der "Cantar del Mío Cid" online (spanisch): [http://www.cervantesvirtual.com/bib_obra/Cid/index.shtml]
(Fotografische Reproduktion der Originalhandschrift und mehrere Transkriptionen)
- Englische Übersetzung des "Cantar del Mío Cid" online: [http://sunsite.berkeley.edu/OMACL/Cid]
- Karte der im Cantar geschilderten Kriegszüge des Cid in der Levante 1081-91 (spanisch): [http://155.210.60.15/ATLAS_HA/20-29/28.html]
- [http://www.gasl.org/refbib/Herder__Cid.pdf "Der Cid" von J. G. Herder] (PDF; Fraktur-Reprint in der Arno-Schmidt-Referenzbibliothek der GASL) (mit einer historischen Einleitung aus dem Jahre 1805) Cid, El Cid, El Cid, El Cid, El Cid, El Cid, El Cid, El Cid, El Cid, El ja:エル・シド

Synode von Sutri

Die Synode von Sutri war eine Zusammenkunft der Bischöfe und anderer kirchlichen Würdenträger zur Beratung und Beschlussfassung in kirchlichen, besonders dogmatischen und kirchenrechtlichen Angelegenheiten, die ab dem 20. Dezember 1046 stattfand. König Heinrich III. setzte, in Übereinstimmung mit den Cluniazensern, drei Päpste (Gregor VI., Benedikt IX und Silvester III.) am 24. Dezember ab. Er ernannte den Cluniazenser Suitger von Bamberg zum Papst. Klerus und Volk stimmten zu. Am darauf folgenden Tag wurde er als Clemens II. als Papst inthronisiert und Clemens II. krönte Heinrich III. zum Kaiser. Die Cluniazenser hatten ihr Ziel erreicht. Der Deutsche gilt als erster Reformpapst dieser Zeit. Die cluniazensische Reform ging über in die päpstliche Reformbewegung. siehe auch: Synode, Kirchenreformen des 11. Jahrhunderts Sutri

Clemens II. (Papst)

Clemens II., bürgerlicher Name Suitger, Graf von Morsleben und Hornburg, (
- 1005 in Hornburg, Niedersachsen; † 9. Oktober 1047 im Kloster S. Tommaso am Aposella bei Pesaro) war ein deutscher Papst von 1046 bis 1047. Sein Name bedeutet: der Sanftmütige (latein.)

Leben

Suitger war der Sohn des Grafen Konrad von Morsleben und Hornburg und der Amulrad, Tochter des Grafen von Erp und entstammte somit aus einem sächsischen Adelsgeschlecht. Seine Mutter Amulrad war die Schwester des Erzbischofs Walthard von Magdeburg. Über seine theologische Ausbildung ist nichts bekannt. Suitger wurde vor 1032 Domkanoniker am Halberstädter St. Stephansstift. 1032 wurde er Kaplan des Erzbischofs Hermann von Hamburg-Bremen. Im Jahre 1035 wurde Suitger Hofkaplan im Bistum Hamburg-Bremen. Seine adlige Herkunft und seine exponierte Stellung beim Erzbischof dürften seiner Karriere Auftrieb gegeben haben. Es folgte die Aufnahme in die königliche Kapelle. König Heinrich III. ernannte Suitger 1040 zum Bischof von Bamberg. Am 28. Dezember 1040 wurde er vom Mainzer Metropoliten feierlich ordiniert. Unter den Anwesenden soll sich auch der König befunden haben. König Heinrich III. setzte in Rom im Dezember 1046 drei gleichzeitig amtierende Päpste, Gregor VI., Benedikt IX. und Silvester III., ab und ernannte Suitger zum Kirchenoberhaupt. Diese Entscheidung wurde von der unter Einfluss von Cluniazensern stehenden Synode von Sutri bestätigt. Bischof Suitger wurde am Heiligabend 1046 während der tagenden Synode, die in St. Peter in Rom stattfand, zum Papst gewählt. Am 1. Weihnachtsfeiertag 1046 krönte er Heinrich und seine Gemahlin Agnes von Poitou zum Kaiserpaar. Sein Bamberger Bistum behielt der neue Papst. Auf den Deutschen warteten schwierige Aufgaben. Die zu jener Zeit weit verbreitete Priesterehe und der Verkauf von Kirchenämtern (Simonie) hatten das Ansehen der Kirche stark ruiniert. Aus den Ehen hervorgehende Nachkommen und Erbschaftsfragen bedrohten den kirchlichen Besitzstand. Da sein Pontifikat nur zehn Monate währte, kamen Reformen durch diesen Papst nicht mehr zustande. Am 9. Oktober 1047 starb Papst Clemens II. im Kloster S. Tommaso. Er war gerade auf einer Reise nach Deutschland. Beerdigt wurde Clemens im Bamberger Dom. Er ist der einzige Papst, der nördlich der Alpen begraben wurde. Eine Theorie aus dem Mittelalter spekuliert über eine mögliche Vergiftung des Papstes, möglicherweise angestiftet durch den immer noch nach dem Papststuhl trachtenden abgesetzten Benedikt IX.. Diese Theorie konnte bis heute weder bestätigt noch entkräftet werden. Untersuchungen der Gebeine von Clemens II. vor einigen Jahren belegten jedoch eine unnatürlich hohe Konzentration von Blei. Eine Vergiftung mit Bleizucker liegt nahe, allerdings kann nichts darüber gesagt werden, ob diese Vergiftung mit böser Absicht geschah – Bleizucker war im Mittelalter eine sehr gebräuchliche Substanz zum Süßen von Weinen. Benedikt IX. besetzte nach Clemens Tod erneut den Heiligen Stuhl. Siehe auch: Cluniazensische Reform, Kirchenreformen des 11. Jahrhunderts

Weblinks


- [http://www.apfelweibla.de/11__jahrhundert_bamberg_1040_1047_suidger.htm Clemens II. im Bamberger Dom]
- [http://www.welt.de/data/2005/02/02/457238.html Hornburg feiert den einzigen Papst aus Norddeutschland]
- [http://www.vaticanhistory.de/vh/html/body_deutsche_papste.html "Die acht deutschen Päpste"]
- [http://stephanscom.at/papst/benediktxvi/0/articles/2005/04/21/a8246/ Artikel über die deutschen Päpste]
Clemens II. Clemens II. Clemens II. Clemens II. ko:교황 클레멘스 2세

1049

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 12. Februar - Bruno Graf von Egisheim zum Papst gekrönt. Er nimmt den Namen Leo IX an.

Geboren


-

Gestorben


- 1. Januar - Odilo von Cluny, Abt von Cluny (992 - 1048) (
- 961/962) ko:1049년

Leo IX. (Papst)

Leo IX., eigentlich Bruno von Egisheim-Dagsburg (
- 21. Juni 1002 in Eguisheim / Elsass; † 19. April 1054 in Rom) war ein deutschsprachiger Papst vom 12. Februar 1049 bis 19. April 1054. Sein Name bedeutet: der Löwe (latein.)

Leben

Leo IX. wurde 1002 als Bruno geboren. Er war Sohn eines elsässischen Grafen Hugo und von Gräfin Hedwige von Egisheim-Dagsburg. Unter Obhut des Bischofs Berthold ließ er sich zum Priester weihen und wurde später in die Kanzlei des Deutschen Kaisers Konrad II. berufen. 1026 wurde er zum Bischof von Toul geweiht. Nach dem Tode des Vorgängerpapstes Damasus II. war Bruno 1049 - laut seiner Vita gegen seinen Willen - der Wunschkandidat Kaiser Heinrichs III. für die Nachfolge im Pontifikat. Angeblich nur unter der Bedingung kanonisch, also durch Volk und Klerus Roms gewählt zu werden, erklärte sich Bischof Bruno zur Kandidatur bereit. Als ihn das römische Volk dann tatsächlich durch Akklamation bestätigte, wurde er als Leo IX. zum Papst erhoben. Leo trat als eifriger Reformer in Erscheinung, der entschlossen Laieninvestitur und Simonie bekämpfte und wohl auch gegen das Problem der als Nikolaitismus bekannten Priesterehe eintrat. Er organisierte die kirchlichen Verwaltungsstruktur neu und schaffte es so, den Einfluss der italienischen Kleriker zu mindern. Leos Regierungsstil war seiner Zeit voraus und bewirkte ein effektives und modernes Pontifikat. Er installierte ein Kardinalskollegium an seiner Seite und beratschlagte Entscheidungen in Synoden. Durch ausgedehnte Reisen innerhalb von ganz Europa war Leo auch in Gebieten präsent, die fern von Rom waren. Er hielt sich stets für den Kontaktmann des einfachen Volkes zur Kurie, laut einer Anekdote legte er selber einen aussätzigen Bettler in sein Bett. Das Reimser Konzil (1049) bezeichnete ihn als Universalis ecclesiae primas et apostolicus und gab damit dem neu gewachsenen Selbstbewusstsein des lateinischen Westens gegenüber dem byzantinischen Osten Ausdruck. Der Papst visitierte mehrmals Deutschland, wohnte dabei Kircheneinweihungen bei und hielt historischen Berichten zufolge Predigten, die das Volk begeistert aufnahm. Leos Pläne mit einem eigenen Heer und der Unterstützung der Griechen die Normannen aus Süditalien zu vertreiben scheiterten. Sein Heer wurde bei Civitate (Apulien) geschlagen. Auf Veranlassung des byzantinischen Kaisers Konstantin IX. Monomachos (1042 - 1055), der an einem Bündnis gegen die Normannen interessiert war, kam es zwischen dem Patriarchen Michael Kerullarios sowie den römischen Kardinälen Humbert von Silva Candida und Friedrich von Lothringen zu Verhandlungen über die Wiederherstellung der kirchlichen Einheit. Sie scheiterten wegen der Unnachgiebigkeit der Verhandlungspartner in liturgischen und dogmatischen Differenzen. 1054 exkommunizierte Leo IX. die Anhänger der orthodoxen Kirche, was die Spaltung der beiden Kirchenteile bewirkte. Von der daraufhin erfolgten endgültigen Lossagung der orthodoxen von der katholischen Kirche erfuhr er nicht mehr. Nach einem Kampf mit normannischen Truppen um Rom wurde Leo gefangengenommen und sechs Wochen später schwerkrank wieder freigelassen. Er starb am 19. April 1054 in Rom. Leo IX. gilt als der bedeutendste deutsche Papst des Mittelalters und wurde später heilig gesprochen. Er ist der Patron der Musiker und Organisten. Seine Attribute: mit Kirchenmodell, mit Aussätzigen.

Gedenktag


- Katholisch: 19. April (Nicht gebotener Gedenktag im Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet)

Weblinks


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-
- [http://www.vaticanhistory.de/vh/html/body_deutsche_papste.html "Die acht deutschen Päpste"]
- [http://stephanscom.at/papst/benediktxvi/0/articles/2005/04/21/a8246/ Artikel über die deutschen Päpste]
- [http://www.vaticanhistory.de/vh/html/leo_ixpapst_victor_ii_.html Ausführliche Biografie auf vaticanhistory.de] Leo WIX. Leo WIX. Leo WIV Leo WIX. Leo WIX. ja:レオ9世 (ローマ教皇) ko:교황 레오 9세

Hirschzungenfarn

Der Hirschzungenfarn (Asplenium scolopendrium L.), auch einfach Hirschzunge, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Streifenfarngewächse (Aspleniaceae), zu der weltweit etwa 720 Arten gehören. (Veraltete) wissenschaftliche Synonyme sind Scolopendrium vulgare und Phyllitis scolopendrium (L.) Newm. – manchmal wurde diese Gattung Phyllitis zudem zu den Tüpfelfarngewächsen (Polypodiaceae) gestellt. Durch seine ganzrandigen Blattwedel ist der Hirschzungenfarn leicht von allen anderen europäischen Farnen zu unterscheiden, die in der Regel ein- bis mehrfach gefiederte Wedel aufweisen.

Merkmale

Tüpfelfarngewächse Die ausdauernde (mehrjährige) Hirschzunge zeichnet sich durch ungeteilte, ganzrandige, länglich-zungenförmige, am Grund über dem Blattstiel herzförmige, vorne verschmälerte und zugespitzte, glänzend grüne Blattspreiten aus, die 15 bis 45 (selten über 60) Zentimeter groß werden und aufrecht oder bogig überhängend aus einem Wurzelstock in Büscheln trichterförmig wachsen. Diese Blätter sind wintergrün, wobei die im späten Frühling neu hervorgebrachten Wedel frisch hellgrün aussehen, die älteren sind kräftig grün und ledrig fest. Auf ihrer Unterseite bilden sich länglich-lineale, rostbräunliche Doppel-Sori (Gruppen von Sporangien, welche die Sporen enthalten), die schräg zur Mittelrippe parallel über die Seitennerven angeordnet sind. Die Sporenreife findet in den Monaten Juli bis September statt. Die von der Blattrippe gabelig verzweigten Seitennerven werden als stammesgeschichtlich urtümliches Merkmal im Vergleich zu anderen, „moderneren“ Farnarten mit netznervigen Blättern interpretiert.

Vorkommen

Spore Spore Spore Hirschzungenfarn kommt besonders an lichten bis schattigen, sickerfeuchten, nordexponierten Steilhängen kalkbödiger, basen- und humusreicher Schluchtwälder mit Eschen, Ahorn und Linden als dominanten Baumarten vor. Für diese spezielle, naturkundlich sehr wertvolle Waldausprägung ist die Hirschzunge sogar eine Kennart innerhalb der Krautschicht. Auch Blockschutthalden und feuchte, kalkhaltige Mauern, beispielsweise an Friedhöfen oder in Brunnen, werden manchmal besiedelt (Spaltenwurzler). Die Verbreitung ist holarktisch und dabei disjunkt gestreut in den gemäßigten Zonen im östlichen Nordamerika, Europa und Ostasien. In Europa kommt die Art vor allem im westlichen, atlantisch geprägten, wintermilden Teil vor. Innerhalb Deutschlands zeichnen sich Schwerpunkte im Südwesten ab, u. a. im Bereich der Schwäbischen Alb, des Rheinischen Schiefergebirges und des Alpenvorlandes. Sonst ist die Verbreitung sehr unstetig; in weiten Teilen Deutschlands fehlt die Art oder kommt nur punktuell vor. Hirschzungenfarn steht unter Naturschutz (u. a. „besonders geschützt“ nach der Bundesartenschutzverordnung) und ist eine Art der Roten Listen.

Kultivierung, Naturheilkunde

Es gibt zahlreiche in Gärten kultivierte Zierformen der Hirschzunge, die beispielsweise stark wellig gekräuselte Blattränder aufweisen (vgl. Foto). Ihre Blätter fanden früher als Wundmittel und gegen Milzkrankheiten Verwendung.

Literatur


- Haeupler, H. & T. Muer (2000): Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. – Ulmer-Verlag, Stuttgart. ISBN 3-8001-3364-4
- Haeupler, H. & P. Schönfelder (1988): Atlas der Farn- und Blütenpflanzen der Bundesrepublik Deutschland. – Ulmer-Verlag, Stuttgart. ISBN 3-8001-3434-9
- Kremer, B. P. & H. Muhle (1991): Flechten, Moose, Farne. – Steinbachs Naturführer, Mosaik-Verlag, München. ISBN 3-576-10762-2
- Lexikon der Biologie, Bd. 4. – Herder-Verlag, Freiburg, 1985. ISBN 3-451-19644-1 Kategorie:Gefäßsporenpflanzen

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